Eine syrische Woche als Augenöffner

Die Ereignisse der ersten Aprilhälfte haben bestätigt, dass die Zeit des Hegemons zu Ende geht – wie das?


Der 11. Januar 2018, an dem sich in der US-Hauptstadt in getrennten Sitzungen die „kleine Syrien-Gruppe“ und die „syrische Opposition“ zur Kurzfristplanung in der Inszenierung des sogenannten „Aufstands gegen das syrische Regime“ trafen, ist ein Besonderer. Er hat die jüngsten Ereignisse in Syrien stark beeinflusst, aber – im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung – fand die entscheidende Steuerung, die Prägung nicht (mehr) durch sie statt. Das ist ein gutes Zeichen!


Denn dieser Tag ist das Symbol dafür, das tote Pferd nochmals zu reiten. Ein Krieg, der im Rahmen eines sogenannten „Arabischen Frühlings“ als verdeckter Krieg gegen Syrien begonnen wurde, ist im Prinzip für die Anstifter verloren. Statt der Zerschlagung einer Achse souveräner Staaten, nämlich Iran und Syrien, ist diese stark wie nie zuvor. Dazu gesellen sich praktische Verbündete – wie der Irak und der Libanon; das alles garniert mit einer militärischen Schutzmacht Russland und dem Rückhalt durch den Wirtschaftsgiganten China.

Syrien könnte zum Totalverlust für die Globalisten werden und das sind sie nicht bereit, hinzunehmen. Unter Globalisten verstehe ich die rücksichtslosen Verfechter einer neoliberalen Weltordnung, welche eine bedingungslose globale Durchdringung des sogenannten Prinzips freier Märkte anstreben. Globalisten sehe ich als Jene, welche die Interessen eines oligarchischen, transatlantischen Netzwerks aus gigantisch aufgeblähten Banken, Investmentgesellschaften und Wirtschaftsunternehmen, im Filz mit einer Kaste selbsternannter Weltverbesserer vertreten. Diese Globalistenfraktion konzentriert sich nach wie vor in den USA, über die sogenannten transatlantischen Netzwerke eng verbunden mit gleichartig tickenden Netzwerken in Westeuropa.

Diesen Globalisten gelingt, gefangen in ihren maßlosen Ansprüchen, nicht einmal mehr die Wahrnehmung der von eben diesen Ansprüchen wegdriftenden Realität. Also war für sie, um wieder auf das Thema Naher Osten zu kommen, zumindest eines zwingend notwendig, eine Fortsetzung des Krieges in Syrien. Das Land darf auf keinen Fall zur Ruhe kommen und damit auch nicht die selbsternannten Feinde Iran und vor allem Russland. Wie also macht man so etwas? Die Dokumente der sogenannten „Kleinen Syrien-Gruppe“ (a1) beinhalteten folgenden Schlachtplan:

  • Verhinderung oder maximale Erschwerung der syrischen Einheit, optimalerweise eine dauerhafte Teilung des Landes (Primärziel); zu diesem Zwecke werden durch die US-Regierung nach wie vor hunderte Millionen US-Dollar bereitgestellt (1)
  • Auflebenlassen der Giftgaslüge,
  • Druck im UN-Sicherheitsrat gegenüber Russland aufbauen durch
    • Einbringung von UN-Resolutionen gegen Syrien,
    • ständige Forderungen an Syrien, zu kooperieren und sich entmündigen zu lassen und
    • Durchdrücken weiterer wirtschaftlicher – und politischer Sanktionen gegen Russland.
  • Es galt medialen und öffentlichen Druck gegenüber Russland aufzubauen,
    • durch die mediale Beeinflussung der russischen Präsidentenwahl
    • und die Dämonisierung des russischen Präsidenten.
  • Als konkret handelnde Personen fielen dabei unter anderem auf:
    • der ehemalige US-Außenminister Rex Tillerson,
    • der französische Präsident Macron,
    • der ehemalige US-Botschafter in Syrien Wiliam Roebuck
    • der Syrien-Beauftragte der Vereinten Nationen Stafan de Mistura,
    • die UN-Botschafter der Staaten USA, GB und Frankreich.

Der diplomatische Kampf auf der Bühne des UN-Sicherheitsrates und der großen politischen Bühne wurde von diesen Leuten dominiert. Die Skripal-Affäre, die Inszenierung des Giftgasangriffs auf Douma und der Raketenangriff der westlichen Wertegemeinschaft sind allesamt Teil ein und derselben, gerade beschriebenen Agenda.

Das globalistische Komplott wurde zudem offensichtlich operativ von britischen Geheimdiensten betreut, welche sich intensiv um die Skripal-Affäre „kümmerten“, aber auch schon Jahre zuvor die treibenden Kräfte zur Gründung und des Betriebes von Nichtregierungsorganisationen in Syrien darstellten. Die Verleumdungskampagne gegen die syrische Regierung ging daher folgerichtig auf Informationen der Weißhelme zurück. In den dokumentierten Ereignissen der vergangenen Woche fanden sich so ziemlich alle Bausteine der für Syrien zugedachten, im Neusprech „Transformation“ genannten, gewaltsamen Lösung wieder.

Während medial ungebrochen über die B-Geschichte vom „Kampf gegen ein Fassbomben werfendes und Giftgas gegen das eigene Volk einsetzendes Assad-Regime“ schwadroniert wurde, obwohl man für den angeblichen, hunderttausendfachen Mord an der eigenen Zivilbevölkerung durch die syrische Armee bis heute keine handfesten Beweise vorlegen konnte, machte man Russland und Syrien auf der machtpolitischen und diplomatischen Ebene unverblümt klar, dass es für die globalistische Interessenlage unerheblich ist, ob Völkerrecht eingehalten wird. Das hat man Syrien sogar über diplomatische Kanäle direkt zugespielt. Man versuchte, diese Achse des Widerstandes einfach mit Machtspielen in die Unterwerfung zu zwingen.

Dem galt auch die Gründung einer „Organisation zur Verhinderung von Straffreiheit beim Einsatz chemischer Waffen“ – nur wenige Tage nach diesem 11. Januar. Jeder wusste, dass man Syrien keinen einzigen – ich wiederhole: NICHT EINEN EINZIGEN GIFTGASEINSATZ – jemals zuvor hatte nachweisen können. Der französische Präsident und der US-Verteidigungsminister hatten es sogar deutlich und mehrfach in die Kameras gesagt; James Mattis sogar noch zwei Tage vor dem Völkerrechtsbruch am 14. April. Doch das spielte keine Rolle. Man war sich sicher, die politische und mediale Macht ausspielen zu können, um Politiker und Bevölkerung auch im Westen ausreichend die Hirne zu waschen und gewünscht handlungsbereit machen zu können.

Wir sahen und sehen daher die dominierende Rolle der Falken, der Kriegstreiber auf der politischen Bühne, ausführlich getragen von den Massenmedien. Das Treiben dieser Leute hält nicht nur die Menschen der handfest angegriffenen Staaten in Atem sondern auch die Bevölkerung der westlichen Demokratien, welche der pausenlosen Propaganda der Meinungsführerschaft ausgesetzt sind (a2).

Doch verdeckt das die dominierende Rolle der Nicht-Falken auf der diplomatischen – und praktischen Ebene!

Schauen wir uns deshalb aus dieser Warte einige Aspekte des neuerlichen Völkerrechtsbruches gegenüber Syrien am vergangenen Samstag an.

Die konkreten Ziele des Angriffs waren:

  • das sogenannte Forschungszentrum zur Entwicklung von Chemiewaffen bei Damaskus (hierzu weiter unten mehr),
  • der internationale Flughafen von Damaskus,
  • mehrer Flugfelder und Stützpunkte in der Provinz Homs.

Die Legitimation des Angriffs lautete:

  • „Wir müssen Syriens Fähigkeiten zur Entwicklung von Chemiewaffen ausschalten.“
  • Die mediale Selektierung gab dazu folgendes vor:
    • keine Thematisierung des Fehlens jedweder Indizien für einen solchen Verdacht,
    • keine Thematisierung, wofür Syrien in der Vergangenheit Chemiewaffen vorhielt,
    • kein Kontext zu Israels Rolle beim Thema Chemiewaffen,
    • kein Kontext zu Massenvernichtungswaffen des Westens, die „erlaubt“ sind, zum Beispiel:
      • Napalm und
      • mit Uran angereicherte Munition.

Die Art und Weise des Angriffs erfolgte zusammengefasst so:

  • 103 Tomahawk-Marschflugkörper (USA) und acht eigene Cruise Missiles der Briten wurden nach Syrien geschickt.
  • Das Abfeuern der Raketen erfolgte durch zwei US-Kriegsschiffe im Roten Meer und
  • wurde durch F-15, F-16 und Tornado Kampf-Jets vom Mittelmeer aus begleitet.
  • Zudem griffen Tarnkappenbomber B-1B von al-Tanf aus an, die ihre Stützpunkte auf der al-Udeid Militärbasis in Katar haben.

Die OPCW und das sogenannte Forschungszentrum für Chemiewaffen bei Damaskus verdienen eine besondere Würdigung:

  • Am 22. November 2017 waren OPCW-Ermittler direkt dort vor Ort.
  • Im Februar des Jahres erfolgten die Analysen der Proben.
  • Der Bericht wurde am 13. März des Jahres vorgelegt.
  • Dessen Ergebnisse sagen schlicht und einfach:
    • Es gab dort nichts! Es gab keine Anlagen, keine Apparaturen und es gab keinerlei Spuren, die auf eine gegenwärtige oder frühere Produktion eines wie immer gearteten Giftgases hinweisen würden. Der OPCW-Bericht war einen Monat vor dem Luftangriff öffentlich und jeder westliche Spitzenpolitiker MUSSTE diesen Bericht kennen. Der Angriff fand trotzdem statt (2).

Die direkten Auswirkungen des Angriffs lassen sich so zusammenfassen:

  • Es gab keine Todesopfer.
  • Zwei Menschen wurden verletzt (tatsächlich ein Kollateralschaden durch elektronische Störablenkung und dann unkontrolliertes Niedergehen einer Rakete).
  • 71 Cruise Missiles wurden durch die syrische Luftabwehr abgeschossen.
  • Die meisten, der ihr Ziel erreichenden Cruise Missiles, nämlich 23, zerbombten ein seit Jahren leerstehendes und schon einmal (durch Israel) zerstörtes Industriegelände, eben das angebliche Institut zur Chemiewaffen-Entwicklung. Dort gab es weder Personal noch Einrichtungen.

Versuchen wir, aus unserer emotionalen Befangenheit auszubrechen. Jeder weiß, welche Verheerungen durch den Krieg aus der Luft von westlichen Staaten angerichtet werden können. Die Zahl der zivilen Opfer bei der Eroberung Mossuls im Irak schwankt zwischen mehreren tausend und mehreren zehntausend!

  • Erinnern wir uns auch an Deutschland, Japan, Korea, Vietnam, Kambodscha, Laos, Irak, Syrien bei früheren Vorfällen und Libyen.
  • Warum diesmal in Syrien nicht?

Während auf den nach außen sichtbaren politischen Ebenen systematisch die Kommunikationskanäle zwischen dem Westen und Russland zerstört wurden, gab es einen solchen auf einer medial nicht sichtbaren Ebene sehr wohl. Dieser Kanal funktionierte ganz hervorragend. Das Pentagon führte schließlich tatsächlich einen mehr oder weniger abgestimmten Angriff durch. Das lässt sich aufgrund folgender Tatsachen schließen:

  • Es gab lange Vorwarnzeiten.
  • Die potenziellen Ziele wurden Tage zuvor öffentlich benannt.
  • Der Angriff berücksichtigte peinlichst die durch russische Luftabwehrsysteme kontrollierten Bereiche in Syrien. Russland hatte deutlich gemacht, dass es andererseits die Trägersysteme angreifen würde.
  • Kein Angriff galt zivilen Zielen, und nicht eine Rakete traf „versehentlich“ zivile Ziele.
  • Merkens Sie was? Die US-Militärs können tatsächlich Präzisionsangriffe durchführen!

Der Angriff war damit eine klare Verletzung der syrischen Souveränität, aber er war eben auch eine Show. Diese Show triggerte verschiedene Reaktionen und die der politischen Eliten in Westeuropa sind mehr als bezeichnend. Wie klangen also die Stellungnahmen der deutschen Regierung und ihres Außenministeriums, sowie der von „Opponenten“?

  • Karl-Theodor zu Guttenberg (Kai aus der Kiste) – Transatlantiker (-> Bild) forderte ein aktiveres Eingreifen im Syrien-Krieg. Kennen Sie Guttenberg noch? Bei Bedarf werden kaltgestellte Politiker jederzeit aus dem transatlantischen Pool (Atlantik Brücke, Atlantic Council) revitalisiert, wenn sie ausreichend bereit sind, zu kooperieren.
  • Heiko Maas – Transatlantiker – glänzte mit Forderungen gegenüber Syrien und Russland und betete die Lügen des Syrien-Krieges nach. Ein Mann der Jura studierte, hält Verleumdungen für ausreichend, um verurteilen zu können. Rechtsempfinden(!) spiegelt sich nun mal nicht in Büchern sondern im Herzen. Der Opportunist und Karrierist Maas ist zu letzterem offenbar nicht in der Lage.
  • Angela Merkel vertritt „deutsche Interessen“. Das sind vorrangig die der deutschen Wirtschaft. Aber ich zähle sie – wenn auch unter deren Einfluss stehend – nicht zur Fraktion der Transatlantiker. Sie spielt ihre Rolle im Machtgefüge. Sie ist schwankend und undeutlich; sie ist getrieben und in ihren Handlungen gesteuert.

Wie war die Reaktion der deutschen Massenmedien?

  • Sie folgten der transatlantischen Agenda, gaben jenen Kräften, die zum Krieg gegen Syrien und Russland trommeln, ausreichend Raum. Die Massenmedien bezeugten erneut ihre Abhängigkeit. So bekam der Transatlantiker Elmar Thevesen (3) beim Zweiten Deutschen Fernsehen die erneute Gelegenheit, den ganzen abgestandenen, schmutzigen Sud an Lügen über Syrien neu anzurühren und seinen Medienkonsumenten zu verabreichen (4). Kriegstreiber wie Thevesen (5) haben beim ZDF ein gesichertes Einkommen – natürlich nur solange, wie sie auch das Lied der Mächtigen singen.
  • Aber! Die Standpunkte der anderen Seite fanden mehr Aufmerksamkeit als früher. Größere Passagen aus Stellungnahmen der syrisch-russischen Seite fanden wortgetreu Platz im Mainstream.
  • Es gab vorsichtige – mit Rückschlägen verbundene – Änderungen im Wording der Massenmedien.
  • Wir dürfen davon ausgehen, dass auch in den Redaktionsstuben der öffentlich-rechtlichen Medien derzeit heftige Diskussionen geführt werden.

Wie lassen sich die indirekten, die mittelfristigen Auswirkungen des Angriffs beschreiben?

  • Das ziokonservative Kartell (USA, AIPAC), wurde mit der Erfolgsmeldung der vollständigen Zerstörung von Zielen in Syrien vorübergehend(!) ruhig gestellt.
  • Die internationale Legitimation für das Recht Syriens auf Selbstverteidigung wurde jedoch damit gleichzeitig gestärkt.
  • Die internationale Akzeptanz der russischen Führung wurde ebenfalls gestärkt; gerade durch die überlegte militärische Reaktion während des Angriffs und die Besonnenheit in den Aussagen deren politischer Führer nach dem Angriff.
  • Die Glaubwürdigkeit der Falken – ihr sichtbarer Aktionismus verkörpert nach wie vor die etablierte Politik(!) – hat dadurch gelitten und das gilt in besonderem Maße für deren Narrativ vom syrischen „Volksaufstand“ und „Assads Giftgas“. Immer breitere Schichten der Bevölkerung beginnen zu diskutieren, inwieweit sich das von Gewalt geprägte Handeln des selbsternannten Wertewestens gegenüber ihm missliebigen Gesellschaften noch mit dem Völkerrecht vereinbaren lässt.
  • Die OPCW kann nun vor Ort in Douma ermitteln. Ihr sofortiger Einsatz wurde durch die syrisch-russische Diplomatie vehement vorangetrieben. Nur deshalb sind die Ermittler jetzt dort! Ein französischer Präsident, der sich den Kriegsfalken in Washington geradezu entwürdigend andient, verleugnet sogar die offizielle Verlautbarung der OPCW selbst, die genau das, die Initiative von Syrien und Russland zur Untersuchung der Vorfälle in Douma  belegt (6).
  • Auch der OPCW-Einsatz vor Ort in Douma wird – da dürfen wir uns sicher sein – von den Globalisten angegriffen und verleumdet werden. Lügen müssen mit immer neuen Lügen kaschiert werden. Und dass es Lügen sind, erschließt sich durch das Motiv: rücksichtslose, gewaltsame Herbeiführung einer von Eigeninteressen dominierten Lösung.

Die (salopp ausgedrückt) „Show“ des „Vergeltungsschlages“ hat Millionen von Menschen, die in Folge des Dauerfeuers von Propaganda sediert und manipuliert werden, die Chance gegeben, hinter den Vorhang der vorgezeichneten, aber ganz und gar nicht realen Geschichte zu blicken. Ein Prozess hat begonnen, in dem sich die Massenmedien Stück für Stück selbst abschaffen, denn ihnen wird ebenso Stück für Stück das Vertrauen entzogen.

Welche Aktivitäten und politischen Prozesse kann die Aggression bewirken?

  • Die Kräfte hinter Trump, die aus Syrien raus wollen, wurden gestärkt.
  • Trump und der Apparat, den er vertritt, wird die Agenda „raus aus Syrien“ wiederholen und immer stärker signalisieren.
  • Damit wird der immer noch stattfindende Einfluss der AIPAC-Fraktion und der CIA im Syrien-Krieg weiter geschwächt. Israel läuft Gefahr, sich, ob seiner aggressiven Paranoia, international weiter zu isolieren.
  • Syrien und Russland werden auf diplomatisch-politischer Ebene den Druck auf die USA verstärken, al-Tanf zu räumen und sie werden damit erfolgreich sein.
  • In al-Tanf spielt sich übrigens bis heute eine humanitäre Katastrophe ab, weil dort über 60.000 Menschen in einem Flüchtlings-Camp regelrecht in Geiselhaft des Islamischen Staates gehalten werden; das in quasi Sichtweite zu den US-Besatzern im Rahmen von Inherent Resolve.

Was können wir im geopolitischen Kontext und den Möglichkeiten eigenen Tuns erkennen?

  • Die Realität, das, was tatsächlich im Syrien-Krieg geschieht, wird von außen immer besser sichtbar – und widerspricht eindeutig dem Gut-Böse-Bild, einer Matrix, die uns von Medien und Politik vorgezeichnet wird.
  • Für uns in Deutschland ist nicht entscheidend, was Trump oder Macron oder May oder Johnson oder Haley sagen.
  • Für uns in Deutschland ist aber sehr wohl das Verhalten der eigenen politischen Führer entscheidend.
  • Diese zeigen, welcher Agenda sie folgen. Wenn Sie die jüngsten Stellungnahmen der deutschen Bundeskanzlerin und ihres Außenministers kennen, dann wissen Sie, welche Agenda das ist.
  • Wenn die Bevölkerung das so hinnimmt, dann akzeptiert sie auch den Tanz auf der Rasierklinge, der immer und jederzeit in einen heißen Krieg kippen kann.
  • Nur weil es im Hintergrund tatsächlich noch Leute gibt, die abwägen und vernünftige Entscheidungen treffen, ist nicht davon auszugehen, dass sie eine vollständige Kontrolle über die Psychopathen, vor allem aber die Paranoiden besitzen.
  • Machen wir uns dabei von dem Gedanken frei, dass ein Donald Trump paranoid ist; er genau ist es nicht. Die Twitter-Sprüche eines Trump kommen bei denen vorrangig an, für die sie gedacht sind und das sind die politischen Kontrahenten in den USA.
  • Ein Stimmungsumschwung in der Bevölkerung der westlichen Staaten ist unverzichtbar, denn nur der erzeugt auch eine emotionale Wahrnehmungsänderung auf höchster politischer Ebene.
  • Die Politiker mögen zu großen Teilen indoktriniert sein, doch in gleichem Maße haben sie auch schlicht Angst! Diese Angst gilt es, der Politik zu nehmen. Wer kann das tun, außer uns?
  • Wenn die Bevölkerung aus Angst oder Bequemlichkeit passiv verharrt, werden ihre Politiker ebenfalls in den Handlungszwängen verharren.

Für was US-Präsidenten gehasst werden

Trump ist nicht smart, das stimmt.

Obama war smart und der smarte Demokrat Obama hat in seiner Amtszeit tausende und abertausende Morde per Drohnen abgesegnt. In der Amtszeit des berechenbaren und smarten Demokraten Obama (7) wurden mehrere Staaten des Nahen Ostens auf Jahrzehnte verheert und weitere Staaten destabilisiert und in Kriege getrieben. In der Amtszeit des so smarten Superdemokraten Barack Obama, des gefeierten Friedensnobelpreisträgers, erfolgte der Aufstieg des Islamischen Staates. (b1)



Der berechnende und vernünftig abwägende Barack Obama ließ es zu, dass hunderte syrische Soldaten ganz aus Versehen beim Kampf gegen den Terror abgeschlachtet wurden. Mit so etwas kann ein Donald Trump nicht punkten. Obama war hochgeachtet, Trump wird gehasst. 

Trump ist nicht smart, ja, ja, er ist unberechenbar.

George W. Bush war auch nicht smart, er, der überzeugte Methodist, zog vollen Ernstes mit Gott in, jedes Völkerrecht brechende, Kriege, versorgte den Irak mit hunderttausenden Toten und die Lobby hinter ihm mit Milliardengewinnen. Milde Kritik war das höchste der Gefühle, dass die Medienmaschinerie der Meinungsführer dem gar nicht so smarten George W. spendierte, aber gehasst haben sie ihn mitnichten.

Weder Obama noch George W. Bush waren dem Hass der Massenmedien ausgesetzt – und warum?

Weil sie funktionierten! Weil sie das taten, was man von ihnen erwartete. Weil sie die Agenda des Hegemons ganz praktisch vorantrieben, die der einzigen Weltmacht. Der eine war ein Demokrat, der andere ein Republikaner. Die Parteien, beliebig austauschbar im Rahmen der Agenda dien(t)en als reine Staffage. Jeder darf sich fragen, warum die Massenmedien, die jede „humanitäre Intervention“ bejubeln, ja regelrecht herbeischreien; warum sie nun gerade Trump so hassen – und warum sie wollen, dass auch SIE und ich Trump hassen. Ganz einfach,

weil Trump NICHT funktioniert wie erwartet.

Allein die seit nun zwei Jahren laufende hysterische Kampagne der kriegstreibenden Meinungsführer gegenüber einem US-Präsidenten, einschließlich verdeckter Aufrufe zur Beseitigung des ungeliebten Nestbeschmutzers, muss uns doch stutzig werden lassen. Warum, um alles in der Welt, sollen wir ausgerechnet in diesem Falle dem Mainstream vertrauen!? 

Die Völkerrechtsverletzer im eigenen Land

Deutschland ist ein aktiver Völkerrechtsverletzer. Es nimmt im Rahmen der sogenannten Mission „Inherent Resolve“ an einem Angriffskrieg gegen Syrien teil und versteckt sich hinter der Lüge des Kampfes gegen den Islamischen Staat. Dieser Kampf aber findet seitens Inherent Resolve schlicht nicht statt.

Die deutsche Regierung stellt sich ganz offen hinter die Missachtung von UNO, UN-Sicherheitsrat und OPCW durch die führenden westlichen Staaten, definiert mit ihnen ganz nach Eigenbedarf den Begriff der sogenannten Völkergemeinschaft und versteckt das hinter der Lüge vom Kampf gegen den Terrorismus und der weiteren Lüge vom Kampf einer sogenannten „Opposition“ gegen einen sogenannten „Diktator“.

In Syrien fehlen Teile zur Wiederinstandsetzung und Inbetriebnahme der Energieversorgung. Es fehlen medizinische Instrumente, dringend benötigte Medikamente und Krankenhausausrüstungen. Obwohl Syrien genug Erdöl für seine Selbstversorgung hat, leidet es unter Energiemangel. Ölfelder Syriens werden völkerrechtswidrig von Inherent Resolve okkupiert – NICHT vom Islamischen Staat! Oder aber wir begreifen, dass sich die einen nicht von den anderen unterscheiden lassen.

Die Not im Land verdankt Syrien auch dem Wirtschaftskrieg, der an vorderster Front von Deutschland geführt wird. Diesen Krieg versteckt die deutsche Regierung hinter der hirnrissigen Lüge, dass man eine sogenannte „moderate Opposition“ oder eine sogenannte „Zivilgesellschaft“ in Syrien stärken müsse.

Das Ergebnis in den vergangenen Jahren war ein Strom von Millionen syrischer Flüchtlinge, die man auch noch für politische Zwecke missbrauchte. In dem wir passiv verharrten, haben wir all das mitgetragen. In unserer Passivität haben wir damit auch hingenommen, dass in Deutschland ein Klima der Intoleranz und Unfähigkeit zur konstruktiven Lösungsfindung an Raum gewonnen hat. Wir haben es selbst in der Hand, den Prozess umzukehren – und das an jedem Tag.

Abschließend nochmals eine Würdigung der Massenmedien:

Deren Rolle ist nach wie vor fatal. Sie fungieren als Kriegstreiber und haben sich die Agenda der bestimmenden Politik zu eigen gemacht. Es lohnt sich nicht, sie zu bekämpfen, sich an ihnen aufzureiben. Der Sumpf an Lügen, den wir nämlich mit unserer Energie wässern, lässt sich sehr einfach trockenlegen.

Das einzige, was den Massenmedien so richtig weh tut, hat überhaupt nichts mit Kampf zu tun. Probieren wir es doch mal mit Liebesentzug. Lassen wir sie links liegen. Gewinnen wir dadurch Klarheit und erlangen so Fähigkeiten zurück, die sich in Autonomie und gegenseitiger Achtung, Souveränität und Kooperationsfähigkeit, in tatsächlich gelebtem Frieden ausdrücken.

Wenn wir nicht tun, wird mit uns getan. Treffen Sie also Ihre Wahl.

Bleiben Sie bitte in diesem Sinne schön aufmerksam.


Anmerkungen

(a1) Die sogenannte „kleine Syrien-Gruppe“ (bestehend aus Vertretern der Staaten USA, GB, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien) ist Teil der seit 2012 existierenden „Syrien-Gruppe“, auch „Freunde Syriens“ genannt. (8) Während sich am Anfang 113 Staaten der „Freunde Syriens“ anschlossen, ist die Zahl auf aktuell elf vertretene Nationen geschrumpft. Zu den oben genannten fünf gesellen sich Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Italien und Ägypten (9). Diese Gruppe zielte von Anfang an auf einen gewaltsamen Sturz der syrischen Regierung, unter Missbrauch internationaler Organisationen wie der Europäischen Union, der UNO und dem Golf-Kooperationsrat (10).

(a2) Welches unterirdische Niveau die Propaganda inzwischen in der deutschsprachigen Wikipedia erreicht hat, zeigt deren Artikel zu den Angriffen auf das stillgelegte Forschungszentrum bei Damaskus, insbesondere aber die Art und Weise der Diskussionskultur zum Artikel selbst (11).

Allgemein) Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann es weiterverbreitet und vervielfältigt werden.

Quellen

(1) Februar 2018; http://comptroller.defense.gov/Portals/45/Documents/defbudget/fy2019/fy2019_CTEF_JBook_Final.pdf

(2) 15.4.2018; https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/EC/87/en/ec87dg21_e_.pdf

(3) 17.4.2018; http://homment.com/atlantikbruecke

(4,7) 15.4.2018; https://www.zdf.de/nachrichten/heute/syrien-militaerschlag-kommentar-thevessen-100.html

(5) 7.4.2017; https://propagandaschau.wordpress.com/2017/04/07/zdf-kriegstreiber-elmar-thevessen-verbreitet-bei-maybrit-illner-luegen-ueber-den-giftgasangriff-von-ghouta/

(6) 10.4.2018; https://www.opcw.org/news/article/opcw-will-deploy-fact-finding-mission-to-douma-syria/

(8) 25.4.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Freunde_Syriens

(9) 15.5.2014; http://www.dw.com/en/friends-of-syria-group-promises-more-rebel-aid-aid-workers-freed/a-17639889

(10) 22.6.2013; https://www.aljazeera.com/news/middleeast/2013/06/201362263944556379.html

(11) 20.4.2018, 17:15 Uhr; https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Luftangriff_auf_Damaskus_und_Homs

(b1) Datum: 20.8.2017; Quelle: http://eingeschenkt.tv/ideologiefreier-neutraler-qualitaetsjournalismus/; Lizenz: k.A.

(Titelbild) Oktober 2017; Aleppo; Autor: Christian; Quelle: http://unusualtraveler.com/aleppo/; Lizenz: k.A.; Veröffentlichung mit persönlicher Genehmigung des Autors