Instrumentalisierung einer Tragödie

Wie das Leid von Opfern und Tätern für politische Zwecke ausgenutzt wird.


Am Abend des 19. Februar 2020 starben in der hessischen Stadt Hanau elf Menschen eines gewaltsamen Todes. Es ist ehrenwert, dieser Menschen in Stille zu gedenken und die Ursachen der Bluttat zu untersuchen. Das Erstere liegt in der freien Entscheidung jedes Einzelnen, zu Letzterem ist der Rechtsstaat eh verpflichtet. Wenn jedoch wenige Stunden nach der Tat große Medien „wissen“, wer warum wen tötete, dann stimmt etwas nicht mit diesem Rechtsstaat.


Wenn dies auch noch mit unverzüglich geäußerten, politischen Stellungnahmen von Politikern einhergeht, in welchen Maßnahmen gefordert werden, welche in einer „normalen“ gesellschaftlichen Atmosphäre keine Chance auf Durchsetzung hätten, dann sollten die Alarmglocken läuten (1).

Bevor überhaupt die Ermittlungen von Polizei und Justiz richtig angelaufen waren, wurden in den großen Medien Meldungen lanciert, die den Eindruck vermittelten, dass Polizei und Justiz sich ihre Arbeit eigentlich sparen können. Es wurde eine quasi fertige Geschichte in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht und umgehend zur Wahrheit erhoben. Das ist nicht neu und Erinnerungen an frühere Ereignisse in Paris, Nizza und Berlin drängen sich förmlich auf (2).

Dabei gibt es eine ganze Reihe von Widersprüchen zur Tat und dem angeblichen Täter, deren Aufklärung Zeit und Arbeit erfordern (3,4).

Wir sollten uns Gedanken um unsere Geheimdienste machen. Sie wissen immer alles – danach. Aber sie können – trotz des dann urplötzlich herausperlenden Wissens über die Täter – zuvor immer rein gar nichts tun. Die Informationen, welche Geheimdienste aber im Nachgang offerieren, sind interessanterweise immer bestens geeignet, gewisse politische Prozesse zu befördern (5).

Gewisse politische Entscheidungen erfordern sogar sehr zwingend dramatische, ja traumatische Ereignisse. Das beruht auf der Tatsache, dass diese Entscheidungen – so sie von den Betroffenen in Ruhe und mit Abstand durchdacht wurden – im Grunde nicht hinnehmbar sind. Etwas ganz anderes ist es, wenn durch ein traumatisches Geschehen die emotionale Situation erzeugt wird, die ein unverzügliches Handeln suggeriert.

Welche Gruppen in und außerhalb unseres Landes sind also beauftragt, eine spannungsgeladene gesellschaftliche Atmosphäre in Deutschland zu erzeugen und aufrecht zu erhalten? Wer führt hier also wen vor? Wer gibt den emotionalen Ton vor und wer folgt diesem? Hessen ist jenes Bundesland, dessen Inlandsgeheimdienst – genannt Verfassungsschutz – die NSU-Akte in den Giftschrank sperrte und so für die Öffentlichkeit unzugänglich machte. Die Sperrfrist beträgt 120 Jahre (6)!

Weiß der Durchschnittsbürger – und damit ist keine Abwertung der Mehrheit unserer Mitmenschen verbunden (!) – um was es bei den NSU-Morden ging? Neben einer deutschen Polizistin starben neun ausländische Mitbürger (7). Dieses Verbrechen scheint ganz offensichtlich aufgeklärt, aber das Ergebnis dürfen wir nicht erfahren – warum wohl? Vielleicht weil der Rechtsextremismus aus den Schaltzentralen der politischen Macht in Deutschland stammt? Entsprechend ist der Tränenfluss wie auch die Forderung nach „bedingungsloser Aufklärung“ im NSU-Fall schlicht nicht vorhanden.

Bei der NSU-Affäre scheint von Seiten der Täter einiges schief gelaufen zu sein. Die Strategie der Spannung (8) – durchaus schon seit Jahrzehnten in Gebrauch, um über Geheimdienstoperationen Gesellschaften in emotionale Handlungszwänge zu versetzen – ist kurz zu Tage getreten. Vielleicht nicht die Morde von Hanau, aber auf jeden Fall die Prozesse in Medien und Politik, die man nachfolgend umgehend und konzertiert in Gang setzte, erlauben zumindest die Vermutung, dass hier erneut Massen in die „richtige“ Richtung mobilisiert werden sollen.

Wohin die Reise geht, zeigt uns Frankreich. Dort herrschte, seit dem sogenannten “Charlie Hebdo”-Anschlag im Januar 2015 und den Terroranschlägen im November des gleichen Jahres, zwei Jahre lang der Ausnahmezustand. Mit Aufhebung desselben wurde ein Gesetz zur Stärkung der Inneren Sicherheit und zum Kampf gegen den Terrorismus in Kraft gesetzt, womit eine Reihe demokratischer Grundrechte dauerhaft aufgeweicht wurden (9, 10).

Erinnern wir uns außerdem, dass die “Charlie Hebdo”-Affäre und die Anschläge in Paris zehn Monate später, dazu benutzt wurden, um eine zweifelhafte internationale Allianz gegen den Islamischen Staat ins Leben zu rufen, in die auch Deutschland verwickelt ist. Mit Attentaten, deren Hergang und Aufklärung voll von Widersprüchen ist, wurde sogar das Völkerrecht ausgehebelt, um militärisch in anderen Staaten intervenieren zu können (11).

Was wieder und wieder geschieht, ist die Verkündung einer Botschaft:

Empört euch! Fragt nicht nach, was genau euch empören mag, sondern gefallt euch einfach in der Geste, sich mit uns – die wir euch die Empörung vorgegeben haben – in kollektiver Selbstgerechtigkeit zu erheben, zu überheben und dabei mit dem Finger auf Andere zu zeigen.

Tut jedoch nicht mehr als das, genügt euch in dieser Empörung. Gefallt euch in dem Instinkt, nicht außen vor zu sein. Das Ausleben der gezielt angestoßenen Empfindung ist alles, was von euch verlangt wird. Je mehr und je länger ihr euch empört, desto geringer ist die Chance, dass ihr auf „falsche“ Gedanken kommt. Kontrolliert dabei beständig eure moralische Integrität. Gleicht sie mit dem vorgegebenen Moralkodex ab und passt sie an.

Die politischen Eliten in Deutschland demonstrieren ihre Verantwortungslosigkeit, in dem sie eine irrationale Hysterie pflegen und beständig auf die Bevölkerung zu übertragen suchen. Mit zunehmender Frequenz werden Stürme im Wasserglas heraufbeschworen, welche die Energie in den Menschen benutzen, um ziellose wie nutzlose Aktivitäten zu entfalten.

Während der Zug in Richtung Krieg und Umweltkatastrophe – auf dessen Wege die Einführung einer antisozialen Kontrollgesellschaft wartet – ungebremst weiter düst, wird intrigiert, verleumdet, ausgegrenzt und gespalten. Im Hintergrund aber wird längst an der realen Amtseinführung der CDU 2.0 gearbeitet und mit einer vorgeschobenen Anti-AfD-Kampagne geschickt von dieser Machtverschiebung abgelenkt. Das ist ein abgekartetes, verlogenes Spiel.

Gerade daran lässt sich erkennen, dass hier in keiner Weise um dringend notwendige Veränderungen im System und individuellen Handeln gerungen wird. Ganz im Gegenteil wird hier hart für den Systemerhalt gekämpft, in dem man sich um die besten Futterplätze an der Spitze des Systems balgt. Den Menschen wird dabei eine gefährliche Alternativlosigkeit vorgegaukelt, in der sie sich lediglich für oder gegen die „rechtsextreme“ AfD entscheiden könnten.

Aus einer solchen Alternativlosigkeit heraus können keine mutmachenden Konzepte für eine friedlichere, Menschen wie Umwelt achtende und wahrhaft kollektiv ausgerichtete Gesellschaft erwachsen.

Deshalb ist es notwendig, das Halsband abzulegen und die Manege zu verlassen. Noch interessanter wird es, wenn man die Funktion des Zirkus – genannt Fassadendemokratie – als Ganzes betrachtet und erkennt, dass auch dessen Zuschauer Teil der Dressur sind.

Bitte, bleiben Sie schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Der Text wurde vorab auf der Online-Plattform Rubikon unter dem Titel Die verzerrte Tragödie veröffentlicht. Hier nun wurde eine bearbeitete und erweiterte Version publiziert, so dass sich ein Delta zur Originalversion ergibt.

(1) 20.02.2020; https://www.hessenschau.de/panorama/reaktionen-auf-bluttat-von-hanau-rassismus-ist-ein-gift-hass-ist-ein-gift,reaktionen-schuesse-hanau-100.html

(2) https://www.stuttgarter-zeitung.de/thema/Terroranschlag_Nizza; abgerufen: 23.02.2020

(3) 20.02.2020; Yavuz Özoguz; http://www.muslim-markt-forum.de/t1859f2-War-das-Massaker-von-Hanau-eine-Geheimdienstoperation.html#msg5448

(4) 21.02.2020; https://www.tagesschau.de/inland/hanau-sportschuetze-101.html

(5) 17.04.2019; Maria Fiedler; https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/breitscheidplatz-attentat-amri-plante-mit-komplizen-anschlaege-in-mehreren-staedten/24232678.html

(6) 02.07.2017; Susanne Höll; https://www.sueddeutsche.de/politik/nsu-prozess-leise-rieselt-der-staub-1.3570171

(7) 11.07.2018; Lina Caspari, Julius Tröger, Tom Sundermann; https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-07/nsu-morde-opfer-prozess/komplettansicht

(8) 05.01.2017; genausoistes; https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Das-Ende-der-spontanen-Fernreisen/Strategie-der-Spannung/posting-29744002/show/

(9) 15.07.2019; https://de.ambafrance.org/Terrorismusbekampfung-Frankreich-beendet-Ausnahmezustand

(10) Januar 2018; Lea Fauth; https://www.blaetter.de/ausgabe/2018/januar/frankreich-der-ausnahmezustand-als-regelfall

(11) Juni 2016; Claire Demesmay, Ronja Kempin; https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2016A37_demesmay_kmp.pdf

(Titelbild) Pistole, Schütze, Terrorist; Autor: Alexas_Fotos (Pixabay); 19.11.2017; https://pixabay.com/de/symbolbild-amokl%C3%A4ufer-amoklauf-2956203/; Lizenz: CC0 Creative Commons

3 Kommentare

  1. Danke (mal wieder), für diesen mehr als anregenden und nachdenklich machenden Artikel!
    Er enthält mMn nur den Extrakt, den wichtigen Kern von Information/Sichtweise auf unsere Fasadendemokratie: hier mit Bezug auf Interaktionen bzg. der Vorgänge rund um Hanau.
    Aber mit einer so klaren, verständlichen Wortwahl und wohl gegliederten Wortanordung, die ich bewundernswert finde….:o)

    Gruß

  2. Lieber Ped,
    Ich finde es richtig und klug von Ihnen, auf die Details der Ungereimtheiten und Widersprüche von Hanau verzichtet zu haben. So können wir uns auf die grundsätzlichen Dinge fokussieren.

    Sie liefern die Grundzüge. Mein Fazit daraus ist dreiteilig.

    Erstens sehen wir eine Operation, ein künstliches „Wir-Gefühl“ zu erzeugen. Das ist in und für Deutschland sowohl natürlich als auch problematisch. Ein “Wir“ als Nation soll es nicht geben, ein „Wir“ als Kultur auch nicht. Ein „Wir“ der Inklusion wurde beschworen, es gibt sie aber nicht, weder in Bezug auf „Mitbürger mit Immigrationshintergrund“ noch in Bezug auf Mitbürger aus den „Neuen Bundesländern“. Wenn solche Mitbürger von Nutzen sind, haben andere die Fertigkeiten, „Soft-Skills“ (Management-Fähigkeiten), Qualifikationen ausgebildet, nicht „Wir“ Deutschen. Die Fähigkeit haben „Wir“ anscheinend nicht. Das ist den „Mitbürger“-Menschen bekannt, deswegen kommt ihnen die „Inklusion“ als Gleichschaltung vor. Es fehlt an große Zielen die „Wir“ gemeinsam anpacken, die uns den Weg in die Zukunft bahnen und die mit den Zielen anderer, auch anderer Ländern, nicht nur einhergehen sondern gegenseitig unterstützen. Das würde eine „Inklusion“ bewirken und beinhalten, und so wäre es uns allen egal wenn einige Mitbürger dabei besondere Sitten oder eigene sozial-kulturelle Rituale behalten würden. Und solch ein „Wir“ wäre von Dauer. Stattdessen gibt es ein kurzfristiges „Wir“ bei Fußball Europa- oder Weltmeisterschaften, und es gab das „Wir“ als Benedikt Papst wurde. Es gibt also in Deutschland eine „Wir“-Sozialmaschine die dauernd geölt wird. Nur, wenn dieses „Wir“-Gefühl vollkommen aus negativen Komponenten zusammengebastelt wird, aus Angst, Ablehnung, usw., wird es sich herausstellen, dass die „Wir“-Sozialmaschine Sand ins eigene Getriebe streut. Während jeder Mensch ein natürliches „Wir“ Verlangen und Bedürfnis hat, hat auch jeder Mensch einen natürlichen Überlebensinstinkt: er will nicht in diesem „Wir“ ersticken. Obwohl Menschen gelegentlich oder gar häufig sich wie Lemminge verhalten, ist der Mensch kein Tier und kein Lemming.

    Das alles haben Sie in den kursiv-gesetzten Absätzen ausgedrückt. Dazu kommt aber, dass das „Wir“, so inszeniert, den Mensch zum Tier degradiert. Während ein Aristotles anfangs seiner Metaphysik feststellt, dass „alle Menschen begehren naturgemäß Erkenntnis“ (πάντες ἄνθρωποι τοῦ εἰδέναι ὀρέγονται φύσει), dieses „Wir“ schafft Erkenntnis ab und ersetzt sie. Wenn ich nichts wissen muss außer, dass ich dazugehöre und alles außer meinem Kreis dazu nicht gehört, weiß ich von dem anderen gar nichts mehr. (Wenn das nicht der Kern von Rassismus ist, weiß ich gar nichts mehr.) Und, das können wir auch beobachten, wer ein gesundes Rechtsempfinden hat, begehrt Erkenntnis und verlangt, dass einem, dem etwas vorgeworfen wird, von seinem Kläger auch verlangen darf, dass der Vorwurf begründet wird. In dubio pro reo / Im Zweifel für den Angeklagten heißt eben nicht, dass der, dem etwas Vorgeworfen wird, („rechts-stehend“, „Rassist“, „Antisemitisch“ und vieles mehr) beweisen muss, dass er unschuldig ist. Doch im politischen Dschungel, bewohnt von Tieren, müssen AfD Politiker oder nur Mitglieder sich von dem aufgebotenen Täter von Hanau „distanzieren“. Wer also ein Rechtsempfinden hat, steht eben rechts.

    Und das alles erinnert mich an den Zirkus in den USA, nämlich an die Kampagnen und Vorwürfe gegen Trump (und das führe ich ein nicht alleine um einen Vergleich zu ziehen). Da sagte der ex-CIA Chef John Brennan im CNN-Interview, „Ja, es stimmt schon, dass man unschuldig ist bis die Schuld erwiesen wird, doch wenn bestimmte Unterstellungen gemacht werden, dann ist es anders.“ Das ist die Saul Alinsky Version von „Mein Kampf“: „Smear the opponnent, the smear is the hardest thing to defend against“ / Verleumde den Gegner, die Verleumdung ist am schwersten abzuwehren. Brennan hat dabei etwas vergessen: nicht russische Einmischung sondern Hillary Clintons eigene Verleumdung von Trump Wählern als „deplorables“, „Entsetzliches“, hat am wesentlichsten dazu beigetragen, dass sie die Wahl verloren hat.

    Wer es sich angetan hat, wird sich erinnern können: Mainz wie es singt und lacht, Thüringen und Halle und Hanau zum Prügel auf dem primitivsten Niveau gemacht. Ohne Schonung aufgetragen. Lars Reichow, die große Nummer. Wer aber die ZDF Kameras folgte als sie über das Publikum schwenkten, wird beobachtet haben, dass eine nicht kleine Anzahl von Gesichtern steinig waren. Die Kameras schwenkten dann schnell weg, trafen dann bald auf mehr steinige Gesichter. Nach meiner nicht völlig subjektiven, aber auch gar nicht wissenschaftlichen Einschätzung, der Anteil der steinigen Gesichter, die diese Art von Prügel nicht ertragen wollten, war ca. 15%. Dann nah am Ende, als ob es zum Thema gehören würde: Lars Reichow, „Der Trump ist ein Arrrsschloch!!“ – Das gehört natürlich nicht zum Thema, doch das Thema war nicht wirklich Thüringen usw., es war nur „Schau mal wie ich frei um mich herum verleumden kann, ich hetzte, es gehört zum modernen Stil, ihr akzeptiert das, und ich muss keine Erkenntnis vorlegen: wir sind uns einig und ihr klatscht!“ Nun, ein wirkliche Komiker hätte auf der Stelle angefangen zu lachen: „Menschenskinder, ich habe euch verarscht und ihr klatscht!“ 15% ist viel: die hätten dann gelacht.

    Und was drückt Reichows Fluch eigentlich aus?: Mist! Wir verlieren, hört meine Beschwerde! Bitte!! Wenn wir sehen wie die Reichows und die Medien um sich prügeln, muss die Anzahl von „deplorables“ oder Menschen mit steinigen Gesichtern in Deutschland immens mächtig sein. Die Reichows haben wirklich Angst. Oder tun sie nur so?

    Drei andere Überlegungen, denke ich, sind wichtig.

    Die Bundesrepublik hat in den jüngst vergangenen Jahren Politik gemacht mit nicht-begründeten Unterstellungen / Verleumdungen: Krim, Abschuss MH-17, Skripal, Syrien Giftgas fallen mir ein. Das alles war nicht gerade überzeugend und schon gar nicht effektiv oder mächtig in der Wirkung. Jetzt steht die Bundesrepublik da, in der Außenpolitik so gut wie komplett nackt. Und was passiert? Von Russland wird die Bundesrepublik herbei geholt um eventuell zu einem Frieden in Libyen beizutragen. Im Moment ist nichts entscheidendes geschehen und es sieht für einen deutschen Erfolg nicht gerade rosig aus, aber abwarten: die Realpolitik muss gelernt werden nachdem die Verleumdungspolitik versagte. Und Russland holt die Bundesrepublik und Frankreich zu einem „Gipfel“ mit der Türkei um in Syrien voranzukommen. Die Bundesrepublik nimmt teil allerdings unter der Bedingung, dass ihre Verleumdungspolitik fortgesetzt wird – also, Assad muss weg –, aber wir sollen wieder etwas abwarten. Nackt in der Weltpolitik herumzustehen, gibt kein wärmendes Gefühl, die Wahl hat die Bundesrepublik.

    Nun ist die Frage, warum macht Russland das? Da ich kein Freund der Heuchelei bin, sage ich gerade heraus wie ich es sehe: es ist die Anwendung der klassischen russischen Kriegsphilosophie. Nichts zerstören wenn es nicht notwendig ist. Stattdessen einkesseln. Die Türkei ist in Idlib eingekesselt: also eine gute Zeit mal zu reden. Die Bundesrepublik ist überhaupt eingekesselt, Russland lässt einige „humanitäre Korridore“ offen wodurch die Bundesrepublik sich retten kann, wenn sie will. Gleichzeitig jedoch ist auch die Bundesrepublik nicht monolithisch. Die Herangehensweise Russlands sorgt für mächtigen fraktionellen Aufruhr in Deutschland, wohin soll die Reise gehen? Und da gibt es auch noch Trump, der spielt kräftig mit, und nicht gegen Russland.

    Die Nachrichten- / Geheimdienste:

    Sie sind auch im Aufruhr. Erinnern wir uns an den Mord in Berlin wo angeblich russische Geheimdienste im Spiel waren? Hochgekocht, zum Bundesanwaltschaft geschickt, zum innerstaatlichen Skandal gemacht. Und was ist passiert? Nichts. Das wäre aber eine perfekter deutscher „Skripal“ gewesen…, wenn Berlin es so hätte haben wollen. Ich persönlich werde abwarten: es ist für mich keine ausgemachte Sache, dass „der Staat“ für die Opfer des Verbrechens von Hanau zuständig ist. Ich denke auch, dass in diesen stürmischen Zeiten, die Vergangenheit, z.B. NSU-Fall, den Schlüssel gar nicht bietet für das Verhalten der Regierung und/oder Behörden in dem Fall-Hanau. Der Staat muss sich diesmal wehren, sonst wird die Konkursverwaltung blutig oder viel blutiger als schon jetzt. Ich denke nur an Realitäten. „Vertrauen“ spielt dabei gar keine Rolle.

    Nennen Sie mich Korinthenkacker: Die Opfer von Hanau sind nicht Opfer einer „Tragödie“. Heutzutage gehen wir schlampig mit dem Begriff um, es ist schon eine Tragödie wenn eine Schlammlawine eine Millionen Regenwürmer zermalmt. Im altgriechischen Verständnis – und aus diesem Verständnis leiten wir unseren heutigen Begriff ab – zeigt uns eine Tragödie (die eigentlich nur „Gesang“ auf Griechisch bedeutet) das Zusammentreffen der göttlichen Ordnung der Welt mit dem Charakter des „Opfers“. Der Niedergang Ödipus, z.B., wurde vor seiner Geburt dem Vater von einem Priester vorausgesagt, mit Begründung, aber Ödipus erlitt sein Schicksal nicht wegen des Fluchs, sondern weil er selbst das Schicksal charakterlich verdiente. Göttliche-menschliche Gerechtigkeit. Davon kann im Falle der Opfer von Hanau keine Rede sein: sie sind Opfer eines grausamen Verbrechens, und die Menschen, wir alle, verlangen Gerechtigkeit. Vielleicht machen wir daraus ein „Wir“.

  3. Yavuz Özoguz hat auf seiner Webseite eine wirklich akribische Arbeit abgeliefert, wenn auch ideologisch gefärbt. Das Sahnehäubchen ist seine Feststellung, weniger jedoch seine eigene Schlussfolgerung bzw. Antwort. Die Ursache dafür liegt in der Verführung des „Über einen Kamm scherens“.

    Es gibt nicht „die USA“ oder „die Amis“ oder „die US Regierung“ oder „die USrealis“. Genauso wenig wie es „die Deutschen“ oder „die dt. Geheimdienste“ gibt. Es bedarf ein wenig an eigener, innerer Ordnung und Konsequenz sich die neue Gewohnheit zu zu legen, präzise jene zu benennen, die man meint.

    Die deutschen Geheimdienste spalten sich in weit mehr auf als BND, MAD, VfS, Staatsschutz und Co. Wer einmal mit dem BND oder VfS zu tun hatte, der weiß, dass es vereinzelte faule Äpfel sind, die den ganzen Dienst in Verruf bringen. Die Black-OPs starten ohne Wissen der gesamten Truppe. Alleine die tiefsitzende Feindseligkeit zwischen den Länderdiensten beim VfS spricht BÄNDE. Da werden wichtige Erkenntnisse und Informationen einfach zurück gehalten, später übermittelt oder auf nicht-wissend gemacht. Eigene OPs werden verschwiegen, weil man sich, nach O-Ton von VfS Internen, „keinen Zentimeter über den Weg traut und nicht weiß, wie korrupt die anderen sind“.

    Der aufgeklärte Mensch weiß, dass es immer im Hintergrund zerrende, lenkende, beeinflussende, manipulierende, steuernde Kräfte, Gruppierungen, Zentren gibt. Das liegt in der Natur der Sache. Irgendwer steht immer darüber. Und je nach Machtstellung und Ideologie müssen jene oder andere bluten. Ganz wie die Machtfahne weht. Ob national-sozial oder open-society..am Ende ist es Faschismus und Diktatur.

    Yavuz Özoguz hat die zeitliche Nähe von „Aushebung einer Terrorzelle“ zum „Anschlag von Hanau“ bemerkt. Und genau hier findet man einen wesentlichen Widerspruch. Es gibt keine „guten Dienste“ welche Terrorzellen ausfindig und unschädlich machen, um das Land und die Bürger zu schützen. Und auf der anderen einen Dienst der genau das Terrortheater will, plant und mit Bauernopfern präsentiert. Hier liegt der grundsätzliche Denkfehler.

    Glaubt der Staatsschützer tatsächlich an die heere Aufgabe seines Tun? Da bin ich mir ganz sicher, zumindest jene die ich kenne sind überzeugt von dem was sie tun. Das gilt auch für einige VfS Akteure. Bestimmt auch beim BND, wobei dort eher Politikwille als Vernunft und Kompetenz herrscht.

    Aber noch einmal zur Verdeutlichung. Es wäre für die Hintergrundkräfte weit entspannender und pflegeleichter Terroranschläge nicht zu vereiteln. Die Schmach über die Inkompetenz der Dienste spielt keine Rolle. Sündenböcke zum feuern gibt es genug und den besten Ruf hatten die dt. Dienste seit Gründung noch nie. So what, wen interessiert der Ruf.

    In anderen Ländern wird das von oben anders gesteuert. Dort kennt man die Terrorzellen und lässt die ein oder andere frei agieren. Des Ergebnisses wegen. Ist noch niemandem aufgefallen, das JEDER Täter im jeweiligen europäischen Land den jeweiligen Landesdiensten IMMER bekannt war?

    In Deutschland herrscht eine andere Mentalität. Hier herrschte schon zu RAF Zeiten weit mehr Skrupel vor Blutopfern und echtem Terror. Wer will eine Statistik veröffentlichen zwischen EU Ländern mit Terroranschlägen und Opferzahlen und Terroranschlägen in Deutschland? In Deutschland läuft alles weit, weit, weit kontrollierter. Hier werden konzentrierte Aktionen ausgeführt, vermutlich durch eigenes Personal. Das Bauernopfer stets parat im Schrank, die hahnebüchene Story in B-Movie-Qualität im Schnellziehholster und die echten Terrorfuzzis immer im Fokus.

    Das Drehbuch ist simpel: Echte Terrorzellen werden fürs Publikum und Renommee ausgehoben, False-Flag / Black-Ops mit eigenem Personal und Bauernopfer durchgezogen und in der Terror-Zeitarbeit-Agentur VfS hat man alle Gewalt-geilen, Ideologie-Geblendeten und leicht verführbaren auf dem Zettel und Lohnliste.

    Ich warte noch immer auf DEN WHISTLEBLOWER, der einmal die tatsächlichen, wahren Hintergründe dokumentiert offen legt. Nicht das 120-Jahre gesperrte „wer hat’s befohlen-Blabla“. Denn zu glauben die NSU Opfer genau wie die Hanau Opfer wären einfach nur wahllos gepickte Muslime, ist nicht nur naiv, es ist gefährlich so zu denken. Jeder Tote hatte einen Sinn, auch wenn man den Grund der Wahl der Opfer nicht auf den ersten Blick erkennt. Wem konkret diente der Tod genau jenes Opfers. Wie eng VfS, BND & Co mit der OK verbündet sind, ist in zahlreichen Büchern dokumentiert. Für den einfachen Bürger ist selbst das nachvollziehbar, wenn schon LKAs Ihre Horch-&-Petz-Boys in der OK sitzen haben. Bei NSU und Hanau wurden weit mehr Fliegen mit einer Klappe geschlagen, als auf den ersten und zweiten Blick erkennbar. Ein echter Whistleblower kann das offen legen.

    Mit Verschwörungstheorie-Geilheit hat all das wenig zu tun. Jeder der einmal einen oder zwei Schichten hinter das System hat blicken dürfen, weiß, dass selbst die Grundierung für die Makulatur selber nur Makulatur ist. Echtes Realitäts-Schach beginnt als 3D-Schach.

    by the way: Berliner Weihnachtsmarkt war eine Show-Veranstaltung. Jeder LKA Beamte, der das Drehbuch zu Shows kennt, kann das Unwissenden präzise erklären und anhand der unübersehbaren Bild/Video-Beweisen und Vorgehensweisen verständlich machen. Die Show diente einzig einer größeren OP in Libyen. Dafür wurde Deutschland ausgewählt und jeweilige Entscheider aus Deutschland haben dem zugestimmt. Irgendwann werden auch Leute der Rettungskräfte offenlegen, dass für Sie es eine Übung war.

    Time will tell (!)


    Danke!
    So funktioniert das in auf Macht basierenden Systemen, und in einem solchen leben wir ja. Empörung und die Suche nach Schuldigen wird da nur bedingt bis gar nicht weiterhelfen. Das System selbst müsste im gesellschaftlichen Konsens abgewählt werden, aber …

    Aber mal unabhängig davon, was der „kleine“ Verfassungsschützer nach bestem Wissen und Gewissen tun möge, ist auch der VS in Hierarchien eingebunden und verfolgt große Agenden. Ein Beispiel fiel mir vor zwei Jahren ins Auge (Vorsicht wieder ein elendig langer Text):
    https://peds-ansichten.de/2018/12/syrien-hama-muslimbrueder-cia-dia-perthes-medien/
    VG Ped

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