Schon wieder zum Narren gehalten?

Geschichten um den Jemen, Saudi-Arabien und den Iran – zwischen Dichtung und Wahrheit


Leute für dumm zu verkaufen, um eine Agenda dauerhaft im Volk zu verankern, gehört zum Tagesgeschäft von Macht- und Herrschaftsstrukturen. Diesen unterworfen, füllen Politik und Medien brav die zugedachte Rolle aus. Nur nicht anecken, ja nicht unbeliebt machen, heißt die Devise – eine Mischung aus Furcht und Opportunismus. Sowohl die Berichterstattung als auch die politischen Reaktionen zum Angriff auf eine saudische Ölförderanlage sind geeignet, die Unselbständigkeit, ja Unterwürfigkeit der Protagonisten innerhalb der westlichen Wertegemeinschaft preiszugeben.


Ausschließlich von Geschehenem zu berichten, kann nicht im Sinne der Meinungsführer sein. Ihre Nachrichten sind deshalb in Wertungen und Dichtungen eingebettet. Sie sind emotional gestärkt, um Leser, Hörer und Zuschauer ja nicht aus der medialen Unmündigkeit zu entlassen.

Die Nachricht

Beginnen wir diese Untersuchung mit einer möglichst kurzen, präzisen Beschreibung des Geschehenen. Verzichten wir erst einmal auf die Befassung mit den Hintergründen des Ganzen.

Also, was geschah am 14. September 2019:

Auf ein Ölfeld sowie eine große Ölverarbeitungsanlage in Saudi-Arabien sind Drohnenangriffe verübt worden. Durch die Attacken in der Nacht zum Samstag seien Feuer ausgebrochen, die inzwischen aber unter Kontrolle seien, teilte ein Sprecher des [saudischen] Innenministeriums mit.“ (1)

Die ZEIT hatte – wie auch die anderen Massenmedien – diese Meldung von den großen Nachrichtenagenturen Reuters, AP, AFP und dpa erworben.

Wer ist für den Angriff verantwortlich?

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen bekannten sich zu den Angriffen. Der Umfang der Schäden wurde nicht beziffert. Jahia Saria, Militärsprecher der Huthis, sagte, der Angriff mit zehn Drohnen sei eine legitime Antwort auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen. «Wir versprechen dem saudischen Regime, dass unsere nächste Operation größer und schmerzhafter sein wird», sagte Saria.“ (2)

Inwieweit ist das Ereignis sonst noch belegt?

Die Angriffe ereigneten sich demnach an den zwei Standorten Abkaik und Khurais im Osten des Königreichs. Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie an mehreren Stellen hohe Flammen aus den Gebäuden schlugen.“ (3)

Sowohl die Angegriffenen als auch die Angreifer stärkten den Wahrheitsgehalt der Nachricht, weil sie – jeder aus seiner Sicht – schlüssige Erklärungen abgaben und die Schäden an den Anlagen offensichtlich und nachprüfbar sind. Die offizielle saudische Presseagentur ließ vermelden:

At 04:00 (01:00 GMT), the industrial security teams of Aramco started dealing with fires at two of its facilities in Abqaiq and Khurais as a result of… drones„. (4)

Das war es dann auch schon für die Nachricht als solches – eigentlich. Alles das, was nun im Folgenden behandelt wird, sind Techniken von Gehirnwäsche. Techniken, bei denen mit Vorsatz Informationen entstellt, Zusammenhänge ausgeblendet und Konnotationen zum emotionalen Inhaftnehmen der Rezipienten eingebaut werden. Die ZEIT unterschied sich auch hier wenig von anderen Massenmedien wie SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung und DIE WELT. Immerhin – zumindest was dies betrifft – verzichtete die ARD-Tagesschau in ihrer Erstmeldung des Vorfalls auf gewisse „Anreicherungen“ (5).


Die Anreicherung der Nachricht

Am 14. September 2019 geschah der Angriff und am gleichen Tag – kaum, dass er bekannt geworden war – verkündeten die Medien in der Nachricht auch bereits eine Wertung, eine Beschuldigung. Sie machten die Meinungsmache der politischen Führer in den USA zu ihrer Eigenen. Denn – über die Nachricht zum Angriff hinaus – erschufen sie eine weitere Nachricht. Eine Nachricht deren Sinn ausschließlich darin besteht, Meinungen zu formen. Schon im Vortext bastelten sie um die eigentliche Nachricht herum am Narrativ. Einem, welches dem zugrunde liegenden Narrativ vom „gefährlichen Iran“ folgt:

Zu der Attacke haben sich Huthi-Rebellen aus dem Jemen bekannt. Doch die USA verdächtigen stattdessen den Iran eines Angriffs auf die «Weltenergieversorgung».“ (6)

Die eigentliche und in sich schlüssige Nachricht musste, ganz im Sinne eines Regierungsblattes – in diesem Falle eines der USA, die sich das Recht auf das Amt des Welt-Generalstaatsanwalts anmaßt – um eine reine Fiktion erweitert werden. Dichtung und Wahrheit verschmelzen hier zu einer neuen Wahrheit, jener der „Wahrheitsmacher“. Wer fragt nach der inneren Logik dieser neuen „Wahrheit“?

Die ZEIT legte nach:

US-Außenminister Mike Pompeo macht den Iran für die Drohnenangriffe verantwortlich. „Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat der Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung verübt“, sagte Pompeo. Es gebe keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen. Die USA würden sicherstellen, dass der Iran für seine Aggression zur Rechenschaft gezogen werde. Saudi-Arabien und die USA sehen in den Huthis einen engen Verbündeten des Irans.“ (7)

Mike Pompeo ist nicht blöd. Mike Pompeo wusste zu diesem Zeitpunkt ganz genau, dass keinerlei hieb- und stichfeste Beweise für eine iranische Verantwortung zu den Angriffen vorlagen. Sie lagen auch Wochen später nicht vor. Doch inzwischen macht sich die schwächelnde Weltmacht nicht einmal mehr die Mühe, Tatsachen vorzutäuschen und mit Operationen unter falscher Flagge „nachzuhelfen“ – oder vielleicht doch? Wir kommen darauf zurück.

Diese Grütze sprechen nun Politiker und Diplomaten der mit den USA „verbündeten“ westlichen Staaten nach, weshalb sie sich auch die Klassifizierung als Sprechpuppen der Macht gefallen lassen müssen (8). Ihre Sprechblasen müssen natürlich breit gestreut werden, um eine Wirkung zu entfalten. Aber dafür sind ja die Massenmedien stets zur Stelle und brav verkünden sie nun, was alle glauben (!). Von Wissen kann ja schließlich keine Rede sein. (9,10)

Die Hirne mit Neusprech zu vernebeln, gehört zu den Basiswerkzeugen von Propaganda. Das sieht man auch sehr schön daran, wie sich Massenmedien aalglatt um die Realität herumwinden, die nämlich auch heißt, dass Saudi-Arabien einen Angriffskrieg gegen den Jemen führt. Dieser Krieg dauert nun bereits vier lange Jahre an und hat zu einer unvorstellbaren humanitären Katastrophe in dem bettelarmen Land geführt. Es gibt keinerlei Zweifel daran, wer hier der Aggressor ist – es ist das Welten von Demokratie entfernte Saudi-Arabien. Der SPIEGEL machte daraus einen „Militäreinsatz“:

Die Huthis bezeichneten ihre Angriffe als Vergeltung für den von Riad angeführten Militäreinsatz im Jemen. Dort herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen.“ (11)

Solche Kröten sollen wir schlucken, doch gilt festzuhalten:

Nein, es ist primär eben kein Militäreinsatz im Jemen sondern es ist ein Krieg gegen den Jemen – und dieser Krieg wird keinesfalls nur durch arabische Staaten geführt. Es ist ein von westlichen Staaten – vorneweg den USA und Großbritannien – orchestrierter Krieg. (12)

Aber selbstverständlich ist das auch ein Krieg gegen den Iran. Jedes Land, welches gute Beziehungen zum Iran pflegen möchte, gerät in das Visier der Vereinigten Staaten von Amerika. Weil die nämlich höchstselbst die Weisungshoheit in Anspruch nehmen, die bestimmt, wer mit wem Beziehungen pflegen darf. Sie stellen den „Einfluss des Iran“ anderswo als eine Gefahr dar. Einfluss in einem anderen Land zu besitzen, ist jedoch das Normalste der Welt und deshalb pflegen ja Staaten auch Beziehungen untereinander. Das ist übrigens ein anderer Einfluss als Jener, den die westlichen Staaten in ihren Interessensphären pflegen. Es handelt sich auch nicht um den Einfluss, der erforderlich ist, um selbstherrlich wie brutal andere Gesellschaften zu „transformieren“.

Man hat es geschafft, dem Iran jede Einflussnahme anderswo als Gefahr für „die Völkergemeinschaft“ anzurechnen und Staaten, die das nicht teilen, werden in Sippenhaft genommen. Der Jemen pflegte einfach zu enge Beziehungen zum Iran und dass musste bestraft werden. Was interessiert da schon Völkerrecht und humanitäre Katastrophen? Diese Trümpfe werden nur dann gezogen, wenn es den eigenen Interessen in die Karten spielt.

Unter anderem deshalb wurde der Krieg gegen den Jemen begonnen und in Kriegen ist es nicht selten, dass der Krieg irgendwann dorthin gelangt, von wo er ausgeht. Mit dieser unschönen Tatsache ist nun Saudi-Arabien konfrontiert. Ohne sich mit den Huthis im Jemen solidarisieren zu müssen, ist es absolut nachvollziehbar, dass sie nach Mitteln und Wegen suchen, den Aggressor zurückzuschlagen.

Damit Ursache und Wirkung berücksichtigend, ist es selbstverständlich legitim, wenn sich Angegriffene der Hilfe von außerhalb bedienen, woher auch immer – auch aus dem Iran! Das einzige, was bisher auf eine Unterstützung seitens dieses Landes hinweist, ist die verwendete Drohnentechnologie der Huthis. Doch insgesamt lässt sich sagen, dass der Iran – was die Einmischung im Jemen betrifft, wenn wir es mal so nennen wollen – nicht ansatzweise mit den westlichen Mächten und ihren arabischen „Partnern“ mithalten kann.

Ob die Huthis ihre Initiative gedankt bekommen, muss sich erst noch herausstellen.

Die Vereinten Nationen bewerten die Ankündigung der Huthi-Rebellen im Jemen, alle Angriffe auf Saudi-Arabien zu stoppen, als positives Signal. Eine Umsetzung der Huthi-Initiative könne eine «kraftvolle Botschaft des Willens» sein, «diesen Krieg zu beenden», sagte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, am Samstag in New York.“ (13)

Bei ähnlichen Szenarien in anderen Staaten haben die Kriegstreiber die dadurch gewonnene Zeit genutzt, um die eigenen Kräfte zu reorganisieren und technologische, strategische wie operativ-taktische Nachteile abzubauen und dann den Krieg fortzusetzen.


Ortsbegehung

Angegriffen wurden das Ölfeld von Churais und die Erdölraffinerie Abqaiq – im Arabischen Buqyaq (oder Buqayq) heißend. Letztere liegt nicht etwa 1.300 Kilometer von der jemenitischen Grenze entfernt, so wie es ständig durch die Medien kolportiert wird, sondern weniger als 800 Kilometer (14, dazu weiter unten mehr).

Schauen wir uns die folgende, bei Wikimedia entnommene Grafik an (b1), der ich noch eine dritte Lokation hinzugefügt habe – die vorgeschobene Kommando- und Luftwaffenbasis der USA, Al Udeid. Erst im vergangenen Jahr hat die US-Regierung einen Vertrag mit Katar unterzeichnet, dessen Inhalt die rechtliche Zustimmung zum erheblichen Ausbau der Basis enthält (15):



Völlig egal, wem die USA und Saudi-Arabien die Angriffe zuschreiben, ist doch Eines ziemlich klar. Die verwendeten Luftverteidigungssysteme haben – gewollt oder ungewollt – versagt und die große Frage lautet: Warum?

An dieser Stelle kommen wir zur Überschrift des Artikels. Wird uns hier eine weitere Portion schlecht riechender Grütze der Meinungsführerschaft serviert? Wie oben schon erwähnt, sangen deren Mitglieder im Chor das vorgegebene Lied der US-Führung und ich frage mich, wie viele Journalisten aus dieser Gesangstruppe sich die Mühe machten, mal eine Karte ähnlich der Obigen zu betrachten, um somit dem gesunden Menschenverstand eine Chance zu geben. So aber werden die abenteuerlichsten Konstrukte aufgestellt, damit man doch noch den bösen Iran des Terrors bezichtigen kann. Karl Bernd Esser hat diese Konstrukte nüchtern überprüft und in seinem bei KenFM erschienenem Artikel einige wichtige Fragen gestellt  (16,a1).

Saudi-Arabien befindet sich im Kriegszustand mit dem Jemen und die dortigen Huthis hatten schon mehrfach erfolgreich Ölförderanlagen und Flughäfen attackiert (17). Sie hatten ihre neueste Drohnen- und Raketentechnik vorgestellt und den Saudis gedroht, die Dimension ihrer Angriffe erheblich zu erweitern (18). Saudi-Arabien wähnt sich aber praktisch zusätzlich noch im Kriegszustand mit dem Iran. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen ebenfalls einen mehrschichtigen Krieg gegen den Iran – hart an der Grenze zu einem heißen Krieg. Außerdem beteiligen sie sich aktiv am Krieg der Saudis gegen den Jemen (19).

Innerhalb dieses Kriegszustandes und auch noch an äußerst neuralgischen Punkten wurde also die saudische Luftverteidigung überrascht, ja gar ausgetrickst – vom Iran?

„Ausgetrickst“ wurde die Luftabwehr der strategisch wichtigen Förder- und Industrieanlagen, welche quasi in Sichtweite zur Hauptstadt Saudi-Arabiens, Riad liegen. Die Erschließung und Ausbeutung des riesigen Ölfeldes von Khurais (20) wird übrigens durch den eng mit der US-Politik vernetzten US-Technologieriesen Halliburton betrieben (21). Aber – und das halte ich für noch viel bemerkenswerter – auch die Abwehr für die größte Raffinerie weit und breit wurde „ausgetrickst“. Dabei befindet sie sich – so möchte man meinen – praktisch unter dem Schutzschirm des ganz in der Nähe befindlichen CENTCOM-Stützpunktes Al Udeid. Die Distanz zwischen Al Udeid und Alquiq beträgt weniger als 200 Kilometer (siehe Abbildung oben).

Al Udeid ist die militärische Operationsbasis für die vergangenen und gegenwärtigen Kriege der USA im Nahen und Mittleren Osten, speziell in Afghanistan, Irak, Syrien und – auch im Jemen. Al Udeid ist faktisch ein riesiger, unsinkbarer Flugzeugträger – und natürlich entsprechend gesichert.


Hat US-Waffentechnologie versagt?

Saudi-Arabien ist ein riesiger Profitspender für US-Unternehmen im Öl-, Technologie- und Rüstungsbereich. Der in staatlichem Besitz befindlich Aramco-Konzern macht derzeit etwa 500 Millionen US-Dollar Gewinn – pro Tag (22)!

Bis in die jüngste Vergangenheit verwendeten die Saudis dieses Geld ganz im Sinne ihres großen US-amerikanischen „Partners“. Sie investierten vor allem in militärische Güter und die Destabilisierung anderer Staaten und hielten sich, was den Ausbau einer breit aufgestellten, vom Öl unabhängigen Wirtschaft betrifft, eher zurück.

Seit Jahren kauft kein Land mehr Rüstungsgüter als die Saudis und sie beziehen vor allem modernste Waffen westlicher Staaten. Das gilt auch für Luftverteidigungssysteme.

Hatte Saudi-Arabien die Technologie, um sich gegen die Angriffe aus der Luft wirksam zu verteidigen? Ja, es hatte sie. Was waren das für Angriffssysteme, die es abzuwehren galt? Es wird von Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen gesprochen.

Am 6. Oktober 2017 wurde ein Rüstungsgeschäft westlicher – vor allem US-amerikanischer – Konzerne in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar mit Saudi-Arabien von der US-Aufsichtsbehörde abgesegnet (23). THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) ist der Name des hochmodernen Luftverteidigungssystems, das über den Deal geliefert wird. Es ermöglicht die Abwehr ballistischer Kurz- und Mittelstreckenraketen. Ein korrespondierendes Projekt mit dem US-Rüstungsgiganten Raytheon war im Mai 2017 im Beisein von US-Präsident Donald Trump und dem saudischen Staatsführer Salman bin Abdulaziz al-Saud unterzeichnet worden (24).

Bis dahin nutzte Saudi-Arabien das ebenfalls von Raytheon hergestellte und ebenfalls über Radar-gestützte Aufklärung verfügende PATRIOT-Abwehrsystem (25). Nur zwei Jahre zuvor hatte es dafür 600 PAC-3-Raketen, die auch zur Abwehr von Marschflugkörpern geeignet sind, vom US-Rüstungskonzern Lockheed erworben (26).

THAAD wie auch PATRIOT berechnen quasi in Echtzeit aus den per Radar erkannten Angriffsobjekten deren Flugbahn und schießen die Raketen ihrerseits mit Raketen ab. Das kann bei angreifenden Drohnen nicht zuverlässig und auch bei land- wie seegestützten Marschflugkörpern nur eingeschränkt funktionieren. Erstens fliegen diese teilweise „unter dem Horizont“ der Luftaufklärung und zweitens sind sie in der Luft manövrierfähig, was ihre Flugbahn schwieriger berechenbar macht (27). Schlüssigerweise muss eine Luftverteidigung komplexer aufgebaut sein. Dumm ist nur, dass in der Raffinerie von Abqaiq offenbar mehrere Behälter zur Erdölverarbeitung – sogenannte Sphäroide (28) – zielgenau von Raketen getroffen wurden (29, siehe auch weiter unten). Wie konnte das geschehen?

„Lustigerweise“ waren die Öltanks wohl leer und gerieten nach den Treffern auch nicht in Brand. Leser mit dem Fokus auf den Syrien-Krieg könnte das bekannt vorkommen, denn zwei großangelegte Raketenangriffe auf syrische Infrastruktur – übrigens vorwiegend mit Raketen der Firma Raytheon geführt – hatten ähnlich minimale Zerstörungen zur Folge. Doch heben wir uns diese Ungereimtheit noch etwas auf.

Fakt ist, dass am 14. September 2019 unter anderem sechs Abteilungen von PATRIOT-Raketenabwehrsystemen nicht in der Lage gewesen sein sollen, auch nur einen Bruchteil der Angriffe auf strategisch wichtige Förder- und Verarbeitungsanlagen zu vereiteln – weder die durch Drohnen noch die durch ballistische oder gelenkte Raketen (Marschflugkörper) Geführten (30).

Der russische Präsident, Wladimir Putin hat den Saudis, zwei Tage nach den Ereignissen des 14. Septembers, ein interessantes Angebot gemacht.

Putin kommentierte die jüngsten Angriffe auf die Ölraffinerien in Saudi-Arabien mit Auszügen aus dem Koran. Er verwies darauf, dass in dem heiligen Buch die Unannehmbarkeit jeglicher Art von Gewalt betont werde – außer zur Verteidigung seines eigenen Volkes. „Zum Schutz des Volkes und des Landes sind wir bereit, Saudi-Arabien angemessene Hilfe anzubieten”, sagte Putin beim Gipfel mit den Präsidenten der Türkei und des Iran in Ankara. Laut dem russischen Staatschef würde es genügen, wenn das Königreich „um eine weise staatliche Entscheidung [zu fällen,]” die Systeme S-300 oder S-400 beschaffe.“ (31)

Dieses Angebot frischte einen Deal auf, den die Staatsführer Russlands und Saudi-Arabiens bereits zwei Jahre zuvor unterzeichnet hatten (32,33). Die saudische Führung verhandelte also im Jahr 2017 über Monate hinweg parallel mit den USA und Russland über den Bezug von Luftverteidigungssystemen und schloss schließlich Verträge mit beiden (!) Mächten ab.

Das S-400 Luftabwehrsystem ist gewissermaßen das Pendant zum PATRIOT- beziehungsweise zum neueren THAAD-System. Seit Ende 2015 schützt es äußerst zuverlässig russische Militärbasen in Syrien (34). Vernetzt mit anderen Technologien – wie dem Pantsir-S1/S2 – konnten so, bis zum heutigen Tag, fast alle Angriffe mit Drohnen, die dort von islamistischen Milizen ausgeführt wurden, erfolgreich abgewehrt werden. Das russische System hat eine Reichweite von 400 Kilometern und kann bis zu 300 Ziele gleichzeitig erfassen als auch bekämpfen, unter anderem auch Drohnen (35,36).


Hat die US-Waffentechnologie ganz und gar nicht versagt?

Die jemenitischen Huthis sind in der Lage, sowohl Raketen als auch Drohnen mit hoher Reichweite zu produzieren. Was auffällt, ist jedoch, dass die Huthis – speziell diesen Angriff betreffend – einzig und allein von Drohnen sprachen. In ihren Stellungnahmen war unmissverständlich von exakt zehn eingesetzten Drohnen die Rede (37). Diese verursachten große Brände; schlecht zu verheimlichen und deshalb noch am gleichen Tag von Offiziellen des Aramco-Konzerns bestätigt – einschließlich der Verursacher: Bewaffnete Drohnen (38). Auch arabische Medien berichteten in ihren ersten Meldungen ausschließlich von Drohnen (39).

Fünf Tage später aber sprach der saudische Oberst Turki al-Malki von nun 18 Drohnen – auch UAVs (Unmanned aerial vehicles, Unbemannte Luftfahrzeuge) genannt – und sieben Raketen. Außerdem präsentierten saudische Behörden „Beweise“ in Form von Raketenteilen und Einschlagsstellen von Raketen (40).

Welchen Grund sollten die Huthis haben, acht Drohnen und sieben Raketen zu verschweigen? Das erschließt sich mir nicht. Ganz im Gegenteil hätte es ihren Erfolg sogar noch zusätzliches propagandistisches Gewicht gegeben.

Hochrangige US-Offizielle, die selbstredend nicht weiter benannt werden wollten, teilten dem US-amerikanischen Sender ABC mit, dass allein beim Angriff auf Abqaiq mehr als 20 Drohnen und ein Dutzend Marschflugkörper beteiligt gewesen wären (41). Wenn es darum geht, das Publikum zu täuschen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Das Spiel ist uralt und wird immer und immer wieder angewandt: Stelle eine oder mehrere falsche Behauptungen auf und leite aus diesen eine in sich schlüssige Beweiskette ab. Lege den Fokus für die Adressaten konsequent auf diese Beweiskette und stelle die Lüge dahinter als Fakten und des Diskutierens überflüssig hin.

Was ich sehe, sind erfundene Raketen (Marschflugkörper) – letztlich sieben an der Zahl -, deren Relikte nun dem staunenden Publikum vorgeführt werden. Es folgt der knallharte Beweis, dass diese Raketen nur der Iran oder mit ihm verbündete Milizen abgeschossen haben können, denn die Huthis haben keine Marschflugkörper dieser Reichweite.

Nun wird dieses ganze Konstrukt noch ordentlich verrührt, damit dem Konsumenten das Hirn so richtig vermanscht wird. In dessen Folge wird er sich nicht mehr die Mühe machen, die Vermengung von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Lügen und die künstlich erstellten Logiken zwischen ihnen aufzudröseln. Der saudische Oberst „bewies“, dass es nicht die Huthis gewesen sein können, welche die Raketen abgefeuert hatten – die er und seine Spindoktoren allerdings erst aus dem Hut gezaubert hatten. Sein Beweis war die Videoaufnahme einer – Drohne.

Hä?

Al-Malki said the cruise missiles had a range of 700km (435 miles), meaning they could not have been fired from inside Yemen. He played surveillance video he said showed a drone coming in from the north.“ (42)

Übersetzung durch den Autor:

Al-Malki sagte die [Reste der aufgefundenen] Marschflugkörper hätten eine Reichweite von 700 Kilometern, damit ausdrückend, dass sie nicht vom Jemen aus abgefeuert wurden. Er spielte hierzu das Video einer Überwachungskamera ab, welche – wie er sagte – eine aus Norden anfliegende Drohne zeigte.

Um „Beweise“ servieren zu können, musste natürlich einer der Marschflugkörper vom rechten Wege abkommen, damit man ihn dann auch schön geordnet in der Wüste „finden“ konnte. Die Gerüchteküche der New York Post legte phantasievoll noch eine Schaufel drauf und sprach von 20 Drohnen und einer Reihe von Marschflugkörpern (43).

Statt nur von Drohnen wurde also von den saudischen Offiziellen, US-Politikern und den Medien über Drohnen und Raketen gesprochen (44) und wie ließ US-Außenminister Mike Pompeo doch gleich verlauten: „Es gebe keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen.“. Allein die willkürliche Negativausgrenzung als Beweis zu nutzen, ist natürlich – im Sinne von Logik betrachtet – Unsinn. Das juckt die Propagandisten im Medienkrieg wenig, denn sie wissen, dass es nicht Logik ist, die zählt, wenn man Menschen machtvoll vereinnahmen möchte.

Aber vielleicht sind ja die Raketen an sich gar keine Erfindung und ihr Einsatz ist nachweisbar?

Der kürzeste direkte Weg von jemenitischen Territorium zu den Zielen beträgt 750 km (45). Jenes Gebiet steht allerdings unter der Kontrolle von al-Qaida. Vom westlichen Jemen aus – dort wo die Huthis militärisch präsent sind und Gebiete kontrollieren – sind es gut 1.000 Kilometer bis zu den Zielpunkten. Fakt und bekannt ist, dass die Huthis seit mindestens dem Jahre 2018 über Drohnen verfügen, welche eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern haben. Sie konnten also mit Drohnen die besagten Anlagen angreifen und sie taten es wohl auch.

Noch einmal: Die Huthis sprachen ausschließlich von Drohnen – zehn an der Zahl.

Wie Desinformation aussieht, konnte man – wieder einmal – sehr schön im SPIEGEL bewundern. Die Informationen an und für sich sind allesamt richtig:

Jemens Huthi-Rebellen verfügen über Drohnen des Typs „Kasef-1“, die nach Ansicht von Uno-Experten nahezu identisch mit dem iranischen Typ „Ababil“ sind. Diese unbemannten Flugzeuge haben eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometern. Die am Wochenende angegriffenen saudi-arabischen Ölanlagen liegen von der Grenze zum Jemen etwa 800 Kilometer entfernt. Allerdings hatten die Huthis im Juli neue Drohnentypen der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei diesen gehen Experten von einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometern aus.“ (46)

Doch wurden Kontexte und zeitliche Bezüge weggelassen und dafür andere erstellt, damit etwas Dreck am Iran hängen bleiben kann.

Nachdem man sich darüber ausgelassen hat, dass UNO-Experten den Bezug eines bestimmten Drohnentyps kurzer Reichweite zu iranischer Technologie feststellten, erfahren wir daraufhin, dass die Huthis über Drohnentypen viel größerer Reichweite verfügen. Korrigieren wir diese „Information“, in dem wir darauf hinweisen, dass die mögliche Reichweite der Drohnen vom Typ UAV-X bei weit über 1.000 Kilometern liegt und dies UNO-Experten bereits seit Januar 2019 – also nicht erst seit Juli – bekannt ist (47).

Fügen wir außerdem eine weitere wichtige Information hinzu (Übersetzung durch Autor):

Die zwei in den Vereinigten Arabischen Emiraten […] untersuchten UAV-X wurden durch einen in Deutschland hergestellten Motor 3W110i, die in Saudia-Arabien durch einen aus China stammende DLE 170 – Motor angetrieben.“ (48,49)

Es handelt sich dabei um Motoren für den Modellbau, die sich logischerweise hervorragend in Drohnen verwenden lassen. Der deutsche Hersteller versicherte der UN-Untersuchungskommission, dass mit Zusatztanks Reichweiten von bis zu 1.500 Kilometern möglich sind. Drohnentechnologie ist vergleichsweise billig und ihre Komponenten unterliegen keinem Monopol – können also bei diversen Herstellern bezogen werden. In den auf der arabischen Halbinsel eingesetzten Drohnen und Raketen steckt unter anderem Technologie aus China, dem Iran, Japan, Norwegen, den USA und Deutschland (50).

Das Problem von zusätzlich acht Drohnen und sieben Raketen stellt sich für mich folgendermaßen dar: Wenn es die Huthis nicht waren und die Iraner auch nicht. Wer war es dann? Wer war es, wenn es tatsächlich nachgewiesene Einschussstellen von Raketen in der besagten, nahe des Persischen Golfes gelegenen Raffinerie Abqaiq gab? Diese Aufnahme von Abqaiq ist offenbar authentisch (b2,51):



Solch ein Trefferbild lässt auf zwei mögliche Angriffswaffen schließen.

Einerseits lassen sich so Eintrittspunkte von Flugkörpern vorstellen, die faktisch im Formationsflug, in schrägem Winkel ihr Ziel erreichten (a2). Klassische ballistische Raketen – zumal auch noch in so geringer Anzahl – sind genau das, was PATRIOT-Luftabwehrsysteme am Besten bekämpfen können. Zumal, wenn von sehr überschaubaren sieben Flugkörpern dieser Art die Rede ist.

Mindestens fünf von sieben Raketen – eine „entdeckte“ man ja in der Wüste – wurden also NICHT abgefangen? Nicht abgefangen von einem System, das auf solche Art von Objekt getrimmt ist und zudem noch in einem Gebiet, welches sich im Dunstkreis einer der größten und entsprechend gesicherten ausländischen Militärbasen der USA befindet?

Mir scheint die ganze Diskussion um die Unzuverlässigkeit des PATRIOT-Systems zu aufgesetzt. Im Sinne der Geschichte, die wir hier schlucken sollen, ist den Machern daran gelegen, uns glauben zu machen, dass die USA solch einen Schrott produzieren (52), nebenan blauäugig mit Radar geradezu gespickte Stützpunkte betreiben und nach drei Jahren Drohnenkrieg die Saudis überrascht wurden (53).

Noch am 26. März 2018 hatte die saudische Luftabwehr nahe der Hauptstadt Riad sämtliche aus dem Jemen kommenden ballistischen Raketen der Huthi-Kämpfer mit dem PATRIOT-System vom Himmel holen können (54).

Dazu kommt, dass die Drohnen der Huthis große Brände in den Anlagen von Abqaiq verursachten (55), diese Raketen (?) aber eher marginale Schäden anrichteten. So banal, wie im Bild zu sehen, sollen Wirkungstreffer von Kurz- oder Mittelstreckenraketen aussehen?

Dass die Saudis ihre eigene Raffinerie mit Raketen ohne „echten“ Gefechtskopf beschießen, um einen Angriff des Iran vorzutäuschen, möchte ich ausschließen. Ja, ich möchte sogar ausschließen, dass sie blind und inkompetent waren und so ihre eigenen Abwehrsysteme nicht richtig bedienten. Was ich mir aber gut vorstellen kann, ist, dass sie praktisch blind gemacht wurden.

Das Trefferbild im obigen Bild lässt aber noch eine weitere, sogar wahrscheinlichere Möglichkeit offen – nämlich, dass Lenkraketen eingesetzt wurden. Manövrierfähige Raketen die per Radar, Optoelektronik, Funk, Laser oder einer Kombination aus diesen an ihr Ziel geführt werden oder das (einprogrammierte) Ziel selbständig erfassen und treffen. Über diese Fähigkeiten verfügen übrigens auch seit längerem Luftabwehrsysteme wie PATRIOT (56).

Wie gesagt: Das untersuchte Foto der Sphäroide lässt nachvollziehbar vermuten, dass die Schadensbilder nicht durch Waffen der Huthis verursacht wurden. Es möchte vielmehr den Verdacht auf einen angeblichen iranischen Angriff lenken. Deshalb sind – an allen Stellungnahmen der Huthis vorbei – Marschflugkörper (Cruise Missiles) ins Spiel gebracht worden. Dass es in beiden Anlagen größere Brände gegeben hat, scheint sicher. Dass die Tanks gebrannt haben könnten, erschließt sich aus dem Bild nicht.


Widersprüche

Drohnen sind aufgrund ihrer Konstruktion, Größe, den verwendeten Materialien und ihrer Flugbahn mit den klassischen Flugabwehrsystemen nicht so einfach zu orten. Was Raketen betrifft, gibt es ausgefeilte, komplexe Abwehrsysteme. Die Huthis ließen verlauten, mit ihren zehn Drohnen die Ölraffinerie Abqaiq und das Ölfeld von Churais angegriffen zu haben – siehe die Analyse der Nachricht am Anfang des Artikels.

Ein etwas größerer Bildausschnitt des obigen Satellitenfotos von Digitalglobe offenbart weitere interessante Details (b3, entnommen bei BBC):



„See image 2“ umreißt den weiter oben gezeigten Bildausschnitt mit den vier Einschlagstellen von Raketen. Nicht einer dieser Tanks hat gebrannt. Wie Brandschäden aussehen, ist links im Bild erkennbar und das sind Schäden, die ich mir auch ohne weiteres als die von den Drohnen der Huthis Verursachten vorstellen kann. Schließlich wurden die Drohnen nachweisbar gesehen und mit automatischen Waffen versucht, vom Himmel zu holen (57). Die vier Löcher in den Sphäroiden aber „passen“ irgendwie nicht in die Geschichte hinein.

Rechts oben an der Bildkante finden wir nämlich eine weitere wichtige Information: die Himmelsrichtung. Wir erkennen, dass die Raketen aus westlicher Richtung kamen. Erinnern wir uns, was in 180 Kilometer Entfernung von Abqaiq liegt? Richtig: Katar und die Militärbasis der USA, Al-Udeid. Damit nicht genug: Gerade einmal 50 Kilometer östlich von Abqaiq befindet sich – an der Küste Bahreins gelegen – ein Stützpunkt der 5. US-Flotte (58)!

Ja, ja, die Iraner … sind nicht ganz klar im Kopf … sollen wir denken.

Wenn ich jetzt ein fanatischer, iranischer Militärführer wäre, wäre ich zumindest nicht so blöd, meine Raketen eine Ehrenrunde in der Nähe von Al-Udeid und Bahrein drehen zu lassen. Sie wären – den kürzesten Weg vom Irak und Kuweit nehmend – in der Nordseite der Behälter eingeschlagen. Weiterhin schließt der exakt gleiche, vertikale Einschlagwinkel zwar Marschflugkörper der Huthis nicht aus, macht sie aber eher unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher sind hochmoderne, per Optoelektronik, Satellit und Laser gesteuerte Marschflugkörper, wie sie die Führungsmacht der westlichen Wertegemeinschaft besitzt. Diese Raketen wurden von der Luftverteidigung der Saudis nicht erfasst – warum?

Ein Raketenexperte ließ dazu in DIE WELT verlauten (Hervorhebung durch Autor):

Die Auswertung der Fotos zeigt etwa 17 Einschläge, vor allem auf große kugelförmige Tanks (Sphäroide) zur Verarbeitung des Rohöls. Es sind Treffer mit chirurgischer Präzision, die nicht von einfachen Sprengladungen stammen, heißt es in der Branche.“ (59)

Da bin ich ganz bei Markus Schiller. Auch wenn er dann ins vorgegebene Narrativ zurückfällt, ist ihm aufgefallen, dass die Einschlagstellen an jedem der vier Tanks an der exakt gleichen Stelle zu finden sind und kaum von Drohnenangriffen stammen können. Die Huthis waren intelligent genug, mit ihren recht simplen Drohnen empfindliche Ziele innerhalb der Anlage anzugreifen und nicht massive Tanks, wie diese Sphäroide.

So sind die Tatsachen und die daraus resultierenden Fragen für mich nicht beantwortet. Dafür entsteht der Eindruck, dass dem Drohnenangriff der Huthis ein weiteres Ereignis aufgesetzt wurde.

Wir begeben uns also nun in das Reich der Spekulationen. Das aber auch nur deshalb, weil die servierte Geschichte – und das habe ich versucht aufzuzeigen – widersprüchlich und eher der Durchsetzung einer Agenda als der Wahrheitsliebe dienlich ist. Die „Guten“ haben nie davor zurückgescheut, ein wenig nachzuhelfen, wenn der Friedenswille der internationalen Gemeinschaft ihren Zielen hinderlich war. Dass hier etwas in dieser Art geschehen ist, mag ich deshalb nicht ausschließen.

Seit Monaten wird von interessierter Seite systematisch die öffentliche Meinung geformt – und zwar in eine Richtung, die ein emotional tiefes Misstrauen gegenüber dem Iran erhalten und stärken soll. Nach dem Motto „etwas bleibt immer hängen“ erlebten wir mehrere lächerlich produzierte Inszenierungen über angeblich kriegsgeile iranische Mullahs (60,61). Wir dürfen die Wirkung dieses schmutzigen Spiels nicht unterschätzen. Politiker, Medien, die Öffentlichkeit überhaupt, werden reif dafür gemacht, Gewalt gegen den Iran zu akzeptieren und der Iran könnte irgendwann in die Falle der wiederholten Provokationen tappen und den willkommenen Vorwand für eine „Mission der internationalen Gemeinschaft“ liefern.

Der angebliche „beispiellose Angriff auf die Weltenergieversorgung“, so wörtlich US-Außenminister Mike Pompeo (62), ist ein geschickter und sehr wohl wirksamer Trigger, weil er in den Menschen die Angst stärkt, vom lebensnotwendigen Öl abgeschnitten zu werden. So bringt man sie dazu, sich mehr oder weniger stark mit Kriegstreibern zu solidarisieren.

Um das zu befördern, passt es doch wunderbar, wenn man im Schatten brennender Ölverarbeitungsanlagen gleich noch ein paar Löcher in leere Tanks brennt, um den Iran in den Kreis der Verdächtigen bringen zu können – was immer auch die Huthis zuvor verlauten ließen.


Kriegführung besonderer Art

Eine Masche in der verdeckten Kriegführung der USA gegen den Iran und andere Staaten ist die der nachrichtendienstlichen Erkenntnisse. So sagte US-Präsident Donald Trump:

Pompeo wollte mit dem Kronprinzen unter anderem die nachrichtendienstlichen Erkenntnisse erörtern, die ihn frühzeitig veranlasst hatten, Iran für die Angriffe von Samstag verantwortlich zu machen.“ (63)

Genau: Die US-Amerikaner wissen immer extrem schnell, „wer es war“, sind aber auch stets unfähig, die „Anschläge“, wie die auf die „Weltenergieversorgung“, schon im Vorfeld zu vereiteln. Vielleicht weil sie die Täter in ihren Reihen wissen? Die „Erörterung nachrichtendienstlicher Erkenntnisse“ würde ich übersetzen mit: Übermittlung des Narrativs, das der „Partner“ zukünftig als gesichertes Wissen zu betrachten hat.

In Al-Udeid sind einige sehr spezielle Waffensysteme stationiert, die hervorragend geeignet sind, im Schatten des Sichtbaren ein wenig zu zündeln. Als die USA und deren Verbündete im April 2018 ihren völkerrechtswidrigen Angriff mit Raketen und Marschflugkörpern auf syrische Ziele führten, war auch eine Abteilung für elektronische Kriegführung involviert, die bis zu jenem Jahr in Al-Udeid stationiert war (64). Diese wurde inzwischen durch Eine mit weiter entwickelter Waffentechnik ersetzt (65).

Zudem besteht bei exportierten Rüstungsgütern im Hochtechnologiebereich die Möglichkeit eingebauter, versteckter Hintertüren und abgespeckter Leistungsparameter. Geschäft hin oder her, ist es sicher keine Überraschung, dass die entscheidenden Geheimnisse nachgewiesener oder vermeintlicher Überlegenheit von Waffensystemen ohne Not kaum preisgegeben werden dürften. Was nun Saudi-Arabien und seine von US-Konzernen bezogenen Luftabwehrsysteme betrifft, dürfen wir also davon ausgehen, dass der große „Partner“ immer eine „versteckte Hand“ auf diesen komplexen Systemen haben wird.

Das US-Militär verfügt über genügend Möglichkeiten der elektronischen Kriegführung, insbesondere mit dem Ziel der Störung gegnerischer Kommunikation sowohl defensiver als auch offensiver Waffensysteme – einschließlich Radar – durch das sogenannte Jamming (66). Für eine Operation unter falscher Flagge die saudischen PATRIOT-Systeme vorübergehend „erblinden“ zu lassen, dürfte da kein Problem sein.

Schließlich verfügen die USA auch über offensive Waffensysteme, die unter bestimmten Bedingungen für die gegnerische Luftabwehr schwer oder gar nicht zu orten sind. Seit  dem Frühjahr 2019 sind in Al-Udeid sowie in der weiter südlich von Katar gelegenen Luftwaffenbasis Al-Dhafra (Vereinigte Arabische Emirate) auch Kampfflugzeuge vom Typ F-35 stationiert, die über Tarnkappen-(Stealth-)Fähigkeiten verfügen (67,68). Die Maschine kann beispielsweise Marschflugkörper für Bodenziele verschießen, die ihrerseits über Tarneigenschaften und intelligente Zielsuchsysteme verfügen. So zum Beispiel die AGM-158 JASSM, die man erstmals bei dem Angriff am 14. April 2018 auf Ziele in Syrien einsetzte (69,70).

Nicht zu vergessen: In eine Operation unter falscher Flagge (False Flag) könnte auch Israel involviert sein, welches seit dem Jahr 2016 ebenfalls über die F-35 verfügt und diese inzwischen gegen den Irak und Syrien eingesetzt hat (71). In ihrer Paranoia gegenüber dem Iran nehmen sie sich alle drei – die USA, Saudi-Arabien und eben auch Israel – rein gar nichts. Die Tatsache, dass die Einschläge auf der Westseite der Behälter erfolgten, könnte ein Indiz dafür sein, dass der Angriff durch eine israelische F-35 ausgeführt wurde, die zuvor unentdeckt in den saudischen Luftraum eingedrungen war – davon ausgegangen, dass ein Marschflugkörper wie der oben Beschriebene eingesetzt wurde.

Der Drohnenangriff der Huthis erscheint mir unzweifelhaft. Doch für ein False Flag spricht das Phänomen der äußerst begrenzten Schadenswirkung an den Sphäroiden. Mehr noch: Es gibt nicht eine einzige Nahaufnahme, welche den Einschlag einer Rakete in einen der Sphäroide dokumentiert. Das Foto einer SPIEGEL-Korrespondentin von vor Ort widerspricht dem sogar (72) und was da ein Betriebsleiter von Aramco erzählt, ist in keiner Weise belegt – außer durch seine Erzählung:

Das bauchige Gefäß [Sphäroid], das hier gerade repariert wird, ist einer von elf Tanks, die an jenem Samstagmorgen in Abkaik durch Marschflugkörper angegriffen wurden. Zehn Ziele standen in Flammen, sagt Al-Ghamdi.“ (73)

Wir können nicht einmal ausschließen, dass die Satellitenbilder – was die Tanks betrifft – ein wenig nachbearbeitet wurden und dieser Teil der Attacke auf die Ölverarbeitungsanlage schlicht nicht stattgefunden hat. Ein vollständiges Versagen der saudischen und (!) der US-Luftverteidigung halte ich für eine Erfindung, um ein Narrativ zu stützen. Doch genug der Spekulationen. Entscheidend bei solchen Geschichten ist die beabsichtigte Wirkung und die bettet sich nachweislich in eine seit Monaten konsequent verfolgte Agenda ein.


Hintergründe und Motive

Die Agenda halte ich für mehrdimensional, denn sie bedient und zielt auf jeweils unterschiedliche Interessengruppen.

Bereits erwähnt wurde die politische Elite in Israel, welche geradezu manisch die Zerschlagung des derzeitigen iranischen Staatswesens verfolgt. Diese Leute handeln nicht rational und das macht sie extrem gefährlich. Sie sind tief in der Ideologie eines auserwählten Volkes gefangen, das sich in einer Welt von Feinden – und zwar weltweit – zu verteidigen hat. Diese subjektiv erfahrene Gefahrenlage „berechtigt“ zu einer Reihe von Schweinereien in der israelischen Politik, unter denen Palästinenser, Libanesen, Syrer, Irakis und Iraner zu leiden haben.

Israel bedient sich in seiner Politik der beständig fortgeführten Provokationen gegen arabische Staaten einer bis in die Spitzen der US-Politik Einfluss besitzenden Kaste, die nicht weniger ideologisch verbohrt ist als Erstere. Sie treffen dort auf die Interessen der Exzeptionalisten. Das sind jene Leute, die den Vereinigten Staaten von Amerika traditionell eine ganz besondere Einzigartigkeit zusprechen und aus dieser besondere Rechte ableiten. Diese bestehen insbesondere in der Aufrechterhaltung des Status eines „guten, wohlwollenden“ Hegemons, der die Geschicke aller Völker dieser Erde lenken darf.

Daher sind auch alle Kriege der USA „gute“ Kriege und dienen der Demokratisierung, Stabilisierung, Durchsetzung von Menschenrechten und „freiem Handel“. Letzterer Punkt ist der entscheidende für die Finanzierung dieser Politik. Dabei hat diese Finanzierung die Funktion von Investitionen. Investitionen beschreiben wiederum den Einsatz von Kapital, um mittels diesem Mehrwert zu generieren.

Unternehmen wie Hallyburton, Bechtle, Raytheon, Lockheed, Boeing, aber auch Ölmultis sowie die dahinter stehenden Kapitalgesellschaften, Banken und viele andere haben sich in den vergangenen Jahrzehnten an den Kriegen der USA im Nahen und Mittleren Osten, salopp gesagt, dumm und dämlich verdient. Nur als Beispiel: Die Förderkosten für einen Barrel Rohöl belaufen sich in Saudi-Arabien auf sehr günstige 10 US-Dollar. Im Irak aber, wo sofort nach dem Irak-Krieg des Jahres 2003 US-Konzerne präsent waren, ist es gerade einmal ein US-Dollar.

Solch ein Absahnen war nur möglich, weil die Konzerne den durch ihre politischen Führer gewaltsam durchgesetzten „freien Handel“ für einen beispiellosen Raubzug in Staaten ausnutzten, denen man zuvor ihre Souveränität und Einheit genommen; in denen man mittels „Teile und Herrsche“ Völker, Gläubige und soziale Schichten gegeneinander ausgespielt und tief gespalten hatte. Parallel dazu wurden die Gesellschaften durch alle Formen des Krieges, die einem heißen Krieg vorausgehen, systematisch geschwächt, um sie schließlich „zu befreien“.

Dort wo der Finanz- und Wirtschaftssektor besonders eng mit der Macht ausübenden Politik verwoben ist, lassen sich im Zuge konstruierter Ereignisse zusätzliche, kurzfristige Gewinne einfahren, indem Insiderwissen ausgenutzt wird, um an den Börsen zu spekulieren. Auch dafür sind sofortige Stellungnahmen hochrangiger Politiker anlässlich einer Inszenierung notwendig. Lassen sie doch die anderen Teilnehmer am Markt in gewünschter Weise reagieren. Diese Reaktionen sind rein emotional und hinterfragen nicht die Glaubwürdigkeit des angeblich alarmierenden Ereignisses.

Hallyburton, der weltweit größte Anbieter für Ölförderanlagen, ist sicher nicht todunglücklich, wenn in Folge eines „Angriffs auf die Weltenergieversorgung“ Öl- und Gaspreise steigen. Hängt dessen Geschäft doch auch vom Überleben hunderter Firmen in den USA ab, die in Folge des Fracking-Booms in das Öl- und Gasfördergeschäft des Landes eingestiegen sind. Ein Ölpreis von 60 US-Dollar ist gerade ausreichend, um sie nicht massenweise in den Konkurs zu reißen.

Doch gibt es da noch etwas und das betrifft Saudi-Arabien. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass dieser Staat ein wirklicher Verbündeter, ein echter Partner der USA ist. Auf jene bezogen, gilt das aus meiner Sicht übrigens auch für keinen anderen Staat. Die westlichen Mächte haben Saudi-Arabien alle Wege freigeräumt, damit es seine verdeckten und offenen Kriege – begründet in einer zutiefst sektiererischen, radikalen und gewaltbereiten Ideologie – in und gegen andere Staaten führen konnte. Damit haben die Saudis die Drecksarbeit für Jene gemacht, denen Chaos und Zwist anderswo wichtig ist, um die eigene Herrschaftsposition aufrecht erhalten zu können.

Ein wirklich starker, souveräner, seine Geschicke selbst bestimmender Staat war Saudi-Arabien jedoch nie – und das soll er auch niemals werden. Diesbezüglich läuft er in das gleiche Problem wie der Irak, Iran oder auch Syrien, ja auch wie die Türkei und übrigens auch Venezuela. Er entwickelt sich zu einer Gefahr für die etablierte Struktur des Petro-Dollars. Die Saudis beabsichtigen eine radikale, strategische Abkehr von ihrem bisherigen Wirtschaftskonzept. Sie wollen weg von der „Monokultur“ Öl und diesen Rohstoff lieber als strategische Reserve vorhalten. Das aber ist eine versteckte Aufkündigung des Deals mit den USA. Der lautete, Öl – echte Ressourcen – gegen aus dem Nichts geschöpfte Dollars zu verkaufen und diese Dollars sofort wieder auszugeben oder anzulegen – natürlich vor allem in den USA. Letztere werden keine Skrupel haben, auch das Konstrukt Saudi-Arabien durch verdeckte Einflussnahme zu zerreißen, wenn der „Partner“ nicht mehr wie gewünscht mitspielt.

In diesem Sinne ist das S-400-Angebot des russischen Präsidenten an Saudi-Arabien auch anders auslegbar. Denn wie sagte doch Joseph Dunford – seines Zeichens bis Ende September 2019 Chef des Generalstabs der US-Streitkräfte (Übersetzung durch Autor):

 „Sie wissen, dass wir zu jeder Zeit ein offenes Auge auf den gesamten Mittleren Osten haben.“ (74)

Davon können wir ausgehen und das Auge war auch ganz sicher nicht an jenem 14. September 2019 geschlossen. Man darf annehmen, dass dies einigen Machtträgern in Saudi-Arabien bereits etwas länger bewusst ist und unter anderem aus diesem Grund ein Bestreben vorhanden ist, alternative, moderne Luftabwehrsysteme zu erwerben. Mit dem zweiten Auge sähen sie womöglich besser.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(a1) Fälschlicherweise hat Karl Bernd Esser in seinem ansonsten interessanten Beitrag die Sphäroide als LNG-Tanks bezeichnet.

(a2) Zur Annahme, dass es sich bei den Treffern an den Sphäroiden um jene von ballistischen Raketen oder auch Marschflugkörpern handelt, siehe auch das Titelbild bei arstechnica.

Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(1,2,3,6,7) 14.9.2019; https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-09/saudi-arabien-drohnenangriff-oelanlagen-huthi-rebellen

(4) 14.9.2019; https://www.bbc.com/news/world-middle-east-49699429

(5) 14.9.2019; https://www.tagesschau.de/ausland/drohnenangriff-oelanlagen-saudiarabien-101.html

(8) 23.9.2019; https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/gemeinsame-erklaerung-der-staats-und-regierungschefs-von-frankreich-deutschland-und-dem-vereinigten-koenigreich-23-september-2019-new-york-1674336

(9) 23.9.2019; https://www.stern.de/panorama/deutschland-macht-iran-fuer-angriffe-verantwortlich-8919666.html?utm_campaign=alle&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard

(10) 24.9.2019; https://www.tagesschau.de/ausland/angriffe-oelanlagen-101.html

(11) 14.9.2019; https://www.spiegel.de/politik/ausland/saudi-arabien-staatsmedien-melden-drohnen-angriffe-auf-zwei-oel-anlagen-a-1286801.html

(12) Thomas Barth; 26.9.2017; https://www.heise.de/tp/features/Wahrheitsliebe-in-Zeiten-der-Cholera-Jemen-Berichterstattung-mangelhaft-3839460.html

(13) 22.9.2019; https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-09/jemen-saudi-arabien-huthi-angebot-angriffsstopp-un

(14,45) 1.6.2019; https://www.google.de/maps/@23.6936059,42.5480934,6.33z; abgerufen: 29.9.2019

(15,19) https://www.sueddeutsche.de/politik/saudi-arabien-iran-konflikt-1.4469402

(16,29) Karl Bernd Esser; 25.9.2019; https://kenfm.de/standpunkte-%E2%80%A2-irans-raketenangriffe-auf-saudi-arabien/

(17) 6.9.2019; https://flutterbareer.wordpress.com/2019/09/06/huthi-rebellen-zerstoeren-amerikanische-drohnen-beschiessen-saudische-flughaefen/

(18) Florian Rötzer; 16.9.2019; https://www.heise.de/tp/features/Abwarten-nach-dem-Angriff-auf-saudische-Oelanlagen-4523738.html

(20) https://www.hydrocarbons-technology.com/projects/khurais/; abgerufen: 29.9.2019

(21) 27.9.2019; https://www.protenders.com/companies/halliburton/projects/khurais-arabian-light-crude-increment-program

(22) Harald Freiberger; 1.4.2019; https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/saudi-aramco-dreimal-so-viel-gewinn-wie-apple-1.4391632

(23) 6.10.2017; https://www.bbc.com/news/world-us-canada-41532889

(24) 8.5.2018; https://www.raytheon.com/news/feature/raytheon_saudi_arabia

(25) 30.11.2011; https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/raytheon-erhaelt-gruenes-licht-fuer-auftrag-in-saudi-arabien-1497316

(26) 29.7.2015; https://www.rt.com/usa/311111-saudi-arabia-patriot-missiles/

(27) Jeffrey Lewis; 28.3.2018; https://foreignpolicy.com/2018/03/28/patriot-missiles-are-made-in-america-and-fail-everywhere/

(28,72,73) Susanne Koelbl; 22.9.2019; https://www.spiegel.de/politik/ausland/saudi-arabien-nach-anschlag-auf-oelraffinerie-allein-mit-dem-schmerz-a-1288031.html

(30) 22.9.2019; https://www.washingtonpost.com/gdpr-consent/?destination=%2fworld%2f2019%2f09%2f17%2fbillions-spent-us-weapons-didnt-protect-saudi-arabias-most-critical-oil-sites-crippling-attack%2f%3f; (Link hat Bezahlschranke)

(31) 16.9.2019; https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20190916325739681-putin-bietet-saudi-arabien-s-400-systeme-an/

(32) 5.10.2017; https://www.dw.com/de/milliardenschwerer-r%C3%BCstungsdeal-zwischen-russland-und-den-saudis/a-40827156

(33) 16.11.2017; https://www.n-tv.de/politik/Saudi-Arabien-kauft-russische-S-400-article20133803.html

(34) 14.9.2019; https://www.tasnimnews.com/en/news/2019/09/14/2095941/10-yemeni-drones-hit-saudi-aramco-facility-army-says

(35) 27.11.2015; https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/35772-einsatzbereit-russland-hat-s-400/

(36) Martin Rosenkranz; 2007; http://www.airpower.at/news07/0831_panzir/index.html

(37) 27.11.2015; https://www.n-tv.de/politik/Ein-Hoellensystem-aendert-die-Lage-in-Syrien-article16441301.html

(38) 14.9.2019; https://www.tasnimnews.com/en/news/2019/09/14/2095604/saudi-arabia-says-drone-attacks-caused-fire-at-aramco

(39) 14.9.2019; https://www.arabnews.com/node/1554601/saudi-arabia

(40,42) 19.9.2019; https://www.aljazeera.com/news/2019/09/oil-attacks-unquestionably-sponsored-iran-saudi-arabia-190918144905315.html

(41) 16.9.2019; https://www.bbc.com/news/world-middle-east-49718975

(43) 17.9.2019; https://nypost.com/2019/09/17/suspected-iranian-missile-debris-found-on-saudi-oil-field-after-attack/

(44) Hauke Friedrichs; 3.10.2019; https://www.zeit.de/politik/2019-09/ruestungsindustrie-drohnen-kriegsfuehrung-terroristen/komplettansicht

(46) 16.9.2019; https://www.spiegel.de/politik/ausland/angriff-auf-oelanlagen-saudi-arabien-glaubt-drohnen-stammten-aus-iran-a-1287089.html

(47,48,50) 25.1.2019; https://undocs.org/en/S/2019/83; S. 89-93

(49) https://www.emvob.com/3w110i-r2-cs-p-2315; entnommen: 4.10.2019

(51) Sean Gallagher; 18.9.2019; https://arstechnica.com/tech-policy/2019/09/more-evidence-points-to-iranian-cruise-missiles-drones-in-attack-on-saudi-oilfield/

(52) Florian Rötzer; 25.9.2019; https://www.heise.de/tp/features/Probleme-mit-US-Raketenabwehrsystemen-auch-in-Japan-4538380.html

(53) Livia Gerster; 22.9.2019; https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/saudi-arabien-wehrlos-gegen-angriff-auf-die-oelindustrie-16396667.html

(54) 26.3.2018; https://english.alarabiya.net/en/News/gulf/2018/03/26/Saudi-Arabia-intercepts-missile-above-northeast-Riyadh.html

(55) 14.9.2019; https://zeenews.india.com/bengali/world/drone-attack-on-saudi-arabia%E2%80%99s-largest-oil-produced-company-aramco_277237.html

(56) https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1102651/Phased_Array_Tracking_Radar_to_Intercept_Of_Target; abgerufen: 5.10.2019

(57) Jon Gambrell; 15.9.2019; https://www.apnews.com/d20f80188e3543bfb36d512df7777cd4

(58) https://www.cnic.navy.mil/regions/cnreurafcent/installations/nsa_bahrain.html; abgerufen: 5.10.2019

(59) Gerhard Hegmann; 16.9.2019; https://www.welt.de/wirtschaft/article200388228/Saudi-Arabien-Treffer-auf-Oel-Raffinerie-bestechen-durch-chirurgische-Praezision.html

(60) 14.6.2019; https://www.welt.de/politik/ausland/article195296435/Auch-Grossbritannien-macht-Iran-fuer-Tanker-Angriffe-verantwortlich.html

(61) 11.7.2019; https://www.anti-spiegel.ru/2019/und-wieder-die-strasse-von-hormus-hat-iran-versucht-einen-britischen-tanker-zu-kapern/

(62) 16.9.2019; https://www.welt.de/print/die_welt/article200348702/Angriff-aufs-Herz-der-Oelindustrie.html

(63) Majid Sattar, Christoph Erhardt; 18.9.2019; https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pompeo-nennt-angriffe-auf-saudi-arabien-kriegshandlung-16391796.html

(64) 18.4.2018; https://www.businessinsider.de/die-usa-haben-beim-angriff-auf-syrien-hochentwickelte-waffen-eingesetzt-2018-4

(65) http://alert5.com/2018/11/16/vaq-135-replaces-vmaq-2-at-al-udeid-air-base-qatar/; abgerufen: 7.10.2019

(66) https://www.vaq135.navy.mil/#growler; abgerufen: 5.10.2019

(67) 13.5.2019; https://www.theconstable.ng/us-f-15-f-35-and-b-52-bombers-take-off-to-patrol-arabian-gulf-skies/

(68) Holly Brauer; 15.4.2019; https://www.afcent.af.mil/News/Article/1813833/us-air-forces-f-35a-lightning-ii-arrives-for-first-middle-east-deployment/

(69) 12.8.2012; https://www.defenseindustrydaily.com/agm-158-jassm-family-cruise-missiles-fy-2012-orders-07450/

(70) https://de.wikipedia.org/wiki/AGM-158_JASSM#Einsatz; abgerufen: 6.10.2019

(71) Con Coughlin; 29.8.2019; https://www.gatestoneinstitute.org/14784/israel-proxy-war-iran

(74) Michel Chossudowski; 22.9.2019; https://www.globalresearch.ca/the-attack-on-saudi-arabias-oil-facility-the-patriot-air-defence-system-failed-why/5689779

(b1) Khurais oil field an Buqyaq Saudi Arabia; Autor: VOA; 14.9.2019; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Khurais_oil_field_and_Buqyaq_Saudi_Arabia.png; Lizenz: Gemeinfrei; von Peds Ansichten nachbearbeitet: Al Udeid Airbase in Grafik eingefügt

(b2) Sphäroide in Abqaiq mit Beschädigungen durch Raketentreffer; 15.9.2019; https://imgur.com/QPVFfYA; Originalquelle: http://www.digitalglobe.com/

(b3) Schadensbild nach Angriffen auf Abqaiq / Saudia-Arabien; 16.9.2019; https://www.bbc.com/news/world-middle-east-49718975; Originalquelle: Digitalglobe, https://www.digitalglobe.com/

(Titelbild) Saudi-Arabien, Karte; MichaelGaida (Pixabay); 13.6.2018; https://pixabay.com/de/photos/landkarte-saudi-arabien-karte-3473163/; Lizenz: Pixabay License